Wolfsbetreuer Marcus Rudolf : Er ist den Wölfen auf der Spur

Wolfsbetreuer Marcus Rudolf (r) zeigt die Unterschiede der Pfoten mit Gipsabdrücken.Nadja Hoffmann/Bärenwald Müritz
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Wolfsbetreuer Marcus Rudolf (r) zeigt die Unterschiede der Pfoten mit Gipsabdrücken.Nadja Hoffmann/Bärenwald Müritz

Marcus Rudolf ist einer von rund 50 ehrenamtlicher Wolfsbetreuer in Mecklenburg-Vorpommern. Er verfolgt das Ziel, die Ängste vor dem „bösen Wolf“ zu nehmen. Eine Infokampagne wurde jetzt im Bärenwald Müritz gestartet.

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06. Mai 2013, 10:11 Uhr

Unbekannte Spuren im Wald. Es ist ein Abdruck mit vier Zehen, einem herzförmigen Handtellerballen und Krallen. Sie ähnelt der Spur eines Hundes, doch Marcus Rudolf weiß es besser. Es ist der Abdruck eines Wolfes. Er kennt die Hinweise, weiß wie die Spuren zu lesen sind.

Marcus Rudolf ist einer von rund 50 ehrenamtlichen Wolfsbetreuern in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Aufgabe besteht darin, alle zufällig gefundenen Hinweise auf die Tierart, wie Spuren, Losung aber auch Sichtungen aufzunehmen. Außerdem ist er für die Einwohner als Ansprechpartner in Sachen Wolf unterwegs. "Wenn Spaziergänger im Wald unterwegs sind und eine Spur finden, die einem Wolf gehören könnte, dann rufen sie mich an und ich fahre raus und kontrolliere es", erzählt Marcus Rudolf. 2009 nahm er an einer Schulung teil, drei Tage lang wurden die Freiwilligen hier zu Wolfsbetreuern ausgebildet.

Seit 2006 leben in Mecklenburg-Vorpommern wieder dauerhaft Wölfe. Der in der Lübtheener Heide lebende Wolf hat nun eine Gefährtin gefunden und es besteht die Hoffnung, dass sich bald das erste Rudel bildet. Um genauere Informationen zur weiteren Ausbreitung des Wolfes zu erhalten, wurde das Monitoring seit 2009 intensiviert und eine umfangreiche Sammlung von Informationen soll Grundlage für ein angepasstes Wolfs-Management schaffen.

Besonders wichtig sei nun die Aufklärungsarbeit, um zu zeigen, dass das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf weit hergeholt ist. Am Samstag trafen sich dazu Wolfsexperten aus ganz Deutschland im Bärenwald Müritz, um die Besucher gegen falsche Vorurteile aufzuklären. "Wir müssen versuchen die Ängste zu nehmen. Es gibt noch viel zu wenig Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf im Land", bemängelt Rudolf.

Neben der Aufklärung der Bevölkerung ist es genauso wichtig, die Tierhalter auf die Rückkehr des Wolfes vorzubereiten. Mit der Auftaktveranstaltung im Bärenwald Müritz wurde nun ein Anfang gemacht. Weitere Stationen der Infokampagne werden am 3. August im Güstrower Nationalpark und am 12. Oktober im Schweriner Zoo sein.

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