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18. Dezember 2017 | 23:33 Uhr

Entrümpeln: Jetzt oder nie!

vom

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2010 | 12:17 Uhr

In den vergangenen beiden Jahren hat der FC Hansa förmlich darum gebettelt. Jetzt ist der Super-Gau eingetreten. Die Rostocker zogen in der Relegation gegen den FC Ingolstadt den Kürzeren und sind damit erstmals in ihrer 44-jährigen Vereinsgeschichte drittklassig. Wie es jetzt beim ostdeutschen Traditionsclub weitergeht, steht in den Sternen. Zunächst einmal gilt es zu überprüfen, ob der Club überhaupt die Bedingungen und Auflagen für den Erhalt der Drittliga-Lizenz erfüllen kann. Bekommt er die Spielberechtigung, so sollte in jedem Fall eins passieren: Es muss entrümpelt werden - jetzt oder nie! Dabei gehört keine Ebene ausgeklammert. So bitter dieser totale Absturz ist, es bleibt die Chance auf einen Neuanfang. Nur muss man sie beim Schopf packen. Ein Umschwung gelingt aber nur, wenn diejenigen "klugen" Köpfe, die den Abstieg zu verantworten haben, nicht mehr mit im Boot sitzen. Alle Altlasten müssen unabhängig von Personen und Eitelkeiten ein für allemal über Bord geworfen werden. Einzig positiver Nebeneffekt des Abstiegs: Auch die Vorstandsverträge verlieren ihre Gültigkeit. Eine neue Besetzung jedes Postens gehört genauestens überdacht. Kein Blatt Papier darf in der Geschäftsstelle auf dem anderen bleiben. In jede noch so kleine Ecke muss geschaut werden. Einfach alles sollte ohne Rücksicht auf eventuelle Verluste mindestens einmal umgekrempelt werden. Viel zu lange kochte, dampfte und schmorte der Verein im eigenen Saft. Er benötigt frischen Wind, der durch sämtliche Abteilungen weht.

Auch sportlich bietet sich die Chance auf einen Neubeginn. Nur neun Kicker haben einen Kontrakt für die 3. Liga, von denen zuletzt lediglich Dexter Langen zum Stammpersonal zählte. Die Situation ist beileibe nicht einfach, aber andere Ost-Vereine wie Erzgebirge Aue (schaffte gerade nach zweijähriger Abstinenz die Rückkehr in die 2. Liga) machten vor, wie es gehen kann. Dies sollte sich der FC Hansa zum Vorbild nehmen. Nun heißt es ranklotzen und nicht jammern.
Vielleicht hat der FCH aber unverschämt großes Glück und darf noch in der 2. Liga bleiben - wenn nämlich einem Club die Lizenz nicht erteilt wird. Arminia Bielefeld muss bis zum 4. Juni eine Finanzlücke von 10,5 Millionen Euro schließen - die letzte Ausfahrt vor Liga drei heißt also Bielefeld. Entrümpelt werden muss trotzdem!

Reporter André Gericke nimmt regelmäßig das Training und die Spiele des FC Hansa unter die Lupe – auch gestern war er live dabei.

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