zur Navigation springen

Ludwigslust: Getreide und Raps bringen geringe Erträge : Enorme Einbußen bei der Ernte

vom

Die Wintergerste auf den leichten Böden, die in der Region etwa 90 Prozent der Flächen einnehmen, wurde von den Landwirten bereits eingefahren. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

svz.de von
erstellt am 21.Jul.2011 | 11:27 Uhr

Die Ernte hat begonnen. Die Wintergerste auf den leichten Böden, die in der Region etwa 90 Prozent der Flächen einnehmen, wurde von den Landwirten bereits eingefahren. Die Ergebnisse sind ernüchternd. "Die Erträge sind etwa 50 Prozent geringer", sagt Harald Elgeti, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

Mindestens so groß schätzt er auch die Verluste bei der Rapsernte ein, die eigentlich in etwa zwei Wochen beginnen könnte. "Das wird wohl die größte Katastrophe", so Elgeti. Schon durch die anhaltende Trockenheit von März bis Mai hatte der Raps in der Wachstumsphase gelitten. "Nach den Niederschlägen im Juni hat er wieder angefangen zu blühen", sagt Elgeti. Durch den Regen wuchsen neue Triebe, die verspätete Fruchthülsen bildeten. "Wenn der Raps jetzt in zwei Wochen reif ist, sind die neuen Triebe noch grün", sagt Harald Elgeti. Das würde immense Trockenkosten verursachen. Aber auch so kommen zusätzliche Kosten auf die Landwirte zu. Sie müssen spritzen, um ihre Rapsernte einfahren zu können.

Beim Roggen erwartet Harald Elgeti für den Landkreis Ludwigslust eine Ertragsminderung von 30 bis 40 Prozent, beim Weizen könnte die Ernte insgesamt um 20 bis 25 Prozent geringer ausfallen. Doch der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes sieht auch einen Hoffnungsschimmer. "Sehr gut steht zur Zeit der Mais. Ihm tut das feuchte und trotzdem warme Wetter im Moment sehr gut", sagt Elgeti. Gleiches gelte für die angebauten Kartoffeln. Und auch der Bereich Grünland habe sich dank einiger Niederschläge erholt. Mit dem zweiten Schnitt des Jahres konnten die Landwirte Verluste des ersten Schnittes aufholen und so die Futterlager füllen. "Allerdings ist der Nährstoffgehalt beim ersten Schnitt des Jahres am besten", sagt Elgeti, weshalb der Verlust in der ersten Jahreshälfte bedauerlich ist. Etwas unter dem Landesdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegt der Ertrag der Spargelbauern mit einer Gesamterntemenge von rund 900 Tonnen. Allein 140 der landesweit 240 Hektar Spargelanbaufläche liegen im Landkreis Ludwigslust.

Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes sieht eine Tendenz zu extremeren Wetterlagen. Vor allem die Dürreperioden machen ihm Sorgen. "Für die sehr sandigen Böden in unserer Region würde der Anbau von Körnermais sicher mehr Gewinn bringen, als Roggen", zeigt er eine mögliche Reaktion auf klimatische Veränderungen auf. Doch damit würde auch wieder eine Diskussion über Monokulturen und eine so genannte Vermaisung angekurbelt. Möglichkeiten sieht er darin, mit der Zucht spezieller Getreidesorten auf Veränderungen zu reagieren. "Sorten, die eher mit Dürrephasen umgehen können, würden den Landwirten nützen", so Elgeti.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen