DARC e.V. Ortsverband Plau : Englischunterricht auf Kurzwelle

Funken wie die Profis: Olaf Graupner (r.) und sein Freund Merlin Forst senden  an der Ausbildungsstation einen Funkspruch in den Äther.
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Funken wie die Profis: Olaf Graupner (r.) und sein Freund Merlin Forst senden an der Ausbildungsstation einen Funkspruch in den Äther.

"Das ist es, was wir erreichen wollen: Kinder für den Amateurfunk begeistern und technisches Wissen, Ausdauer und Konzentration vermitteln", sagt Wilck vom Deutschen Amateur-Radio-Club in Plau.

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15. Dezember 2010, 10:38 Uhr

"Hello here is Olaf speaking from Plau am See...", meldet sich der elfjährige Blondschopf über Funk. Sein Freund Merlin schreibt währenddessen akribisch das Funkprotokoll. Die Beiden sind hochkonzentriert. "Das ist es, was wir erreichen wollen: Kinder für den Amateurfunk begeistern und technisches Wissen, Ausdauer und Konzentration vermitteln", sagt Edeltraut Wilck vom Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) in Plau. Gemeinsam mit ihrem Mann und ehrenamtlichen Helfern führt sie das Projekt "Amateurfunk von A - Z" durch. Hier können Kinder im Alter von neun bis 16 Jahren die Grundlagen der Sende- und Empfangstechnik lernen.

Außerdem haben sie die Möglichkeit, unter Anleitung von Karl-Heinz Wilck, das Senden via Kurz- und Ultra-Kurzwelle zu lernen. Olaf und Merlin sind bereits alte Hase im Funken. Über das Rufzeichen der Plauer Ausbildungsstation haben sie schon mit Amateurfunkern aus ganz Deutschland gesprochen. Und genau das ist es, was Olaf daran so gut gefällt: "Ich funke gerne, weil man so Leute erreichen kann, die ganz weit weg sind." Auch der zehnjährige Merlin hat großen Spaß an der Funkerei.

Das Ziel der beiden Knirpse ist es, eines Tages die Prüfung zum Funkamateur zu machen. Dann könnten sie ein eigenes Rufzeichen bekommen und selbstständig funken. "Um die Prüfung zu bestehen, braucht man ein halbes Ingenieurstudium", weiß Edeltraut Wilck. Ihnen ginge es bei dem Projekt erstmal darum, den Kindern spielerisch Grundlagen beizubringen. So lernen die Nachwuchsfunker bei den wöchentlichen Treffen zum Beispiel, was Spannung ist, wie Strom fließt und was Widerstand bedeutet.

Um den Kindern die komplexen Sachen, näher zu bringen, wird oft praxisorientiert gearbeitet. Zum Beispiel bastelten die Mädchen und Jungen passend zur Adventszeit einen elektronischen Bethlehem-Stern, der blinkt. Dafür mussten die Kinder eine Reisbrettschaltung nachbauen und mit dem Lötkolben arbeiten. Edeltraut Wilck ist überzeugt, dass die Kinder so am Besten lernen und "die Theorie kommt dann ganz von alleine."

Durch das Projekt möchten sie und ihr Mann aber nicht nur Interesse für den Amateurfunk wecken und technische Fähigkeiten entwickeln. Es ginge auch darum, Fremdsprachenkenntnisse und Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Gesendet wird überwiegend in Englisch. So würden die Kinder die Sprache automatisch lernen. Wie Olaf, der sich mit dem internationalen Gruß und ganz selbstverständlich auf Englisch bei seinem Funkpartner verabschiedet: "Thanks for call, my friend."

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