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Warin: Bootsverleiher schließen freiwillige Vereinbarung : Engagiert für sanften Kanutourismus

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Die Kanuanbieter sollen weiter ihr Geld verdienen, aber die Natur soll nicht leiden. Darauf zielt eine freiwillige Vereinbarung, die gestern acht Verleiher an Mildenitz und Warnow in Warin unterzeichneten.

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erstellt am 28.Apr.2011 | 11:34 Uhr

Die Kanuanbieter sollen weiter ihr Geld verdienen, aber die Natur soll nicht leiden. Darauf zielt eine freiwillige Vereinbarung, die gestern acht von 18 professionellen Verleihern an Mildenitz und Warnow in Warin unterzeichneten.

Die Kanuanbieter verpflichten sich zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Bachmuschel und anderer seltener Arten, bestimmte Wasserläufe in den Naturparken Sternberger Seenland und Nossentiner/Schwinzer Heide bei Niedrigwasser zu meiden. Das betrifft z. B. die Bresenitz und Abschnitte auf der Mildenitz und der Warnow.

Das bringe zunächst durchaus Einbußen im Geschäft, meint Sven-Erik Muskulus aus Lohmen, der maßgeblich am Inhalt der Vereinbarung mitgewirkt hatte. Man müsse zwar keine Kunden wegschicken, erklärt er. Aber es ergeben sich teilweise längere Fahrstrecken zu den Ein- und Aussatzstellen. Langfristig könnte sich der Mehraufwand aber bezahlt machen, hofft der Mann aus dem Tourismusgeschäft. Indem man den Kunden schmackhaft macht, dass die wertvollen Strecken nur im Frühjahr und Herbst zu befahren sind - also außerhalb der Saison.

Die gestern unterzeichnete Vereinbarung, die ein Projekt aus dem Naturparkplan für das Sternberger Seenland ist, hat eine lange Geschichte. Muskulus erinnerte daran, dass bereits im Jahr 2004 auf Initiative des verstorbenen Landwirts und Naturschützers Peter-Wilhelm Lindemann aus Alt Necheln jährliche Treffen der Kanuanbieter stattfanden. Später übernahm der neu gegründete Naturpark die Moderation. Damals entstand die Idee, nach dem Beispiel aus dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft in unserer Region eine Vereinbarung zu schließen.

Naturtourismus sei das am stärksten wachsende Segment, so Umweltminister Till Backhaus gestern in Warin. Er bezeichnete es als beispielgebend, wie mit der Vereinbarung Nutzer- und Schutzinteressen unter einen Hut gebracht werden.

Die Kanuanbieter sollen künftig von den Behörden jeweils über die aktuellen Pegelstände informiert werden. "Wir machen heute nur den ersten Schritt", so Muskulus. Er hofft, weitere Kanuanbieter ins Boot zu holen. Kritisch sieht er, dass die Masse an Booten immer weiter wächst.

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