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Altenpflegerin Heinisch prangerte schlechte Arbeitszustände an : Energisch für die Schwachen

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Sich nicht um alte und pflegebedürftige Menschen zu kümmern, ist für Brigitte Heinisch respektlos. Man kann die 49-Jährige als eine zupackende Frau beschreiben, geradlinig, mit Rückgrat.

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erstellt am 22.Jul.2011 | 09:59 Uhr

Sich nicht um alte und pflegebedürftige Menschen zu kümmern, ist für Brigitte Heinisch respektlos und schäbig. Man kann die 49-Jährige als eine zupackende Frau beschreiben, geradlinig, mit Rückgratrespektlos und schäbig. Man kann die 49-Jährige als eine zupackemit Rückgrat und einem ang kümmert sie sich um die, die selbst die einfachsten Dinge des Tages nicht allein bewältigen können: Toilette, Duschen, Anziehen, Essen. Alltag eben. Vom Jahr 2002 an arbeitet Heinisch in einem Berliner Heim der Krankenhausgesellschaft Vivantes. Dort erlebt sie viel Menschenunwürdiges, wie sie sagt. Unwürdig für die Bedürftigen, aber auch für das Personal. Sie prangert die Zustände an, immer wieder, auch mit Kollegen. Teils muss sie Dutzende Menschen allein betreuen. Das Pflegeheim als Fabrik – nicht mit Heinisch.
Schon von ihrem Vater – er saß wegen seines Kampfes gegen Nationalsozialisten im Zuchthaus – hat sie gelernt: Man darf nicht alles hinnehmen. 2004 stellt sie Strafanzeige gegen ihren Arbeitgeber wegen Missständen in der Pflege. Die Kündigung folgt prompt. „Ich bin mit einer Ignoranz und Arroganz abgeschmettert worden, die ihresgleichen suchen.“
Für ihren Mut, sich gegen den Chef aufzulehnen, bekommt Brigitte Heinisch später den „Whistleblower“-Preis. Die Auszeichnung ist unter anderem von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler gestiftet. Sie geht an Persönlichkeiten, „die als Insider schwerwiegende Missstände, Risiken oder Fehlentwicklungen aus ihrem beruflichen Umfeld im öffentlichen Interesse aufgedeckt haben“.
Auch wenn sie ihren Job verloren hat, gesundheitlich angeschlagen ist und von Erwerbsminderungsrente lebt, würde sie sich immer wieder gegen Unrecht, Missstände und gesellschaftliche Probleme aufrichten, sagt sie. „Ich habe den Wunsch, dass die Leute sich entschuldigen“, sagt sie mit Adresse an die Heimbetreiber. Ihre Geschichte hat sie in einem Buch niedergeschrieben.

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