Ratgeber : Energiesparen wird honoriert

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Wer sein Haus saniert, sollte auf eine Beratung und auf Fördergeld nicht verzichten. Experten standen Rede und Antwort am Lesertelefon.

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19. Oktober 2011, 11:33 Uhr

Wir brauchen neue Fenster. Sollten wir uns für Dreifachverglasung entscheiden?

Das kommt darauf an, wie Ihr Haus ansonsten energetisch dasteht. Wenn die neuen Fenster letztendlich ein höheres energetisches Niveau haben als die Gebäudehülle, kann das problematisch werden. Denn Sie sehen nicht mehr, wenn Ihr Haus "schwitzt", weil die Scheiben nicht anlaufen. Das Kondenswasser bildet sich aber dennoch und schlägt sich an den Wänden und den Fensterlaibungen nieder. Schimmelbildung an den Fenster ecken und hinter Schränken ist programmiert.

Ist es sinnvoll unser Haus mit einer neuen Heizungspumpe zu versehen? Und können wir dafür Geld aus unserem Bausparvertrag einsetzen?

Lassen Sie zunächst einmal von einem Fachmann prüfen, ob es nicht angebrachter ist, gleich die gesamte Heizungsanlage zu erneuern. Mit einem modernen Brennwertkessel mit Solarunterstützung können Sie Energie einsparen. Allerdings sind Sie dann auch schnell bei einem Kostenvolumen von 10 000 bis 15 000 Euro. Dann können Sie Ihren Bausparvertrag einsetzen. Das macht Sinn, weil die Bausparkassen in diesem Fall auf sogenannte Kleindarlehenszuschläge - wie andere Kreditinstitute sie oftmals verlangen - verzichten.

Unser Haus aus den 30er-Jahren soll gedämmt werden. Wir haben eine Ziegelwand mit Hohlschicht. Was raten Sie uns?

Sie können in die Hohlschicht Granulat als Dämmmaterial einblasen lassen. Vorher sollten Sie aber das Mauerwerk untersuchen lassen, um sicherzustellen, dass das Dämmmaterial auch überall hinkommt. Engagieren Sie ein Fachunternehmen, welches anschließend den entsprechenden Nachweis durch den Einsatz einer Wärmebildkamera dokumentiert.

Wir planen eine Komplettsanierung unseres Einfamilienhauses - Fenster, Dach, Fassade. Brauchen wir auch eine Lüftungsanlage?

Das ist zu empfehlen. Denn Sie erreichen mit der Dach- und Fassadendämmung und durch die neuen Fenster eine Dichtigkeit, die Lüftung unerlässlich macht. Das sollten Sie durch einen Gebäudeenergie-Berater vor Ort prüfen und berechnen lassen. Unter www.GIH-Nord.de finden Sie nach Postleitzahlenbereichen geordnet unabhängige Berater.

Unser Haus aus den 70er-Jahren ist sanierungsbedürftig. Welche Förderung ist möglich?

Für alle Bauherren, die eine Sanierung von bestehenden Wohngebäuden (Baujahr vor 1995) planen, ist das Programm Energieeffizient Sanieren eine gute Möglichkeit, die Sanierungskosten im "grünen Bereich" zu halten. Dabei wird das Erreichen eines besonders effizienten Energiestandards honoriert. Grundsätzlich kann man dabei zwischen der "Kreditvariante mit Tilgungszuschuss" und der reinen "Zuschussvariante" wählen.

Auf unserem Grundstück in Mecklenburg wollen wir zunächst ein Ferienhaus bauen, um es im Alter als Haupt-Wohnsitz zu nutzen. Gibt es dafür auch eine Förderung?

Nein. Für Ferienhäuser gibt es generell keine Förderung aus den Programmen der KfW.

Kann man auch einen KfW-Zuschuss bekommen, wenn wir die Kellergeschossdecke unseres Einfamilienhauses selbst dämmen? Mein Bekannter ist zwar nicht vom Fach, aber er kann das.

Der handwerklich begabte Bekannte nützt Ihnen nichts, wenn Sie einen KfW-Zuschuss für die Dämmung Ihres Kellergeschosses beantragen wollen. Denn Vo raussetzung dafür ist immer, dass ein Fachunternehmen die Bauarbeiten ausführt. Das müssen Sie anhand der eingereichten Rechnungen belegen können.

Ich möchte mein Haus sanieren, damit die Heizkostenrechnung niedriger wird. Brauche ich immer einen Gebäudeenergie-Berater dafür?

Wenn Sie nicht auf die staatliche Förderung abzielen, nein. Dennoch ist es sinnvoll, den Rat eines solchen Experten einzuholen, der alles unter ganzheitlichem Aspekt betrachtet. Macht man das nicht, kann sich eine gut gemeinte Einzelmaßnahme sogar schädlich auswirken.

Wir haben mit einem Bausparvertrag gebaut und sind gerade ins neue Haus eingezogen. Mein Vater riet uns gleich wieder einen neuen Bausparvertrag abzuschließen, falls mit dem Haus mal etwas ist.

Dieser Rat ist nicht schlecht. Denn alle Bauteile Ihres Hauses haben eine bestimmte Lebensdauer - das heißt sie, sie müssen irgendwann ausgewechselt werden. Das kostet einiges, und ist in der Regel nicht aus der Portokasse zu bezahlen. Mit einem sogenannten Vorsorgebausparvertrag - Bausparsumme zwischen 15 000 Euro und 20 000 Euro - sind Sie auf der sicheren Seite.

Mit welcher Förderung können wir rechnen, wenn wir neue Brennwerttechnik einbauen und diese mit einer solarthermischen Anlage zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung kombinieren?

Sie können für diese Maßnahmen mit Geldern aus dem KfW Programm "Energieeffizient Sanieren" unterstützt werden. Den entsprechenden Antrag auf ein zinsverbilligtes Darlehen stellen Sie bei Ihrer Hausbank.

Man riet uns, unser Haus rundum zu dämmen und damit richtig dicht zu machen. Muss man dann nicht mit Schimmel rechnen?

Im Gegenteil. Häufig sind eine hohe Luftfeuchtigkeit und eben eine fehlende oder zu schwache Dämmung Ursachen für Schimmelbildung. Der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf schlägt sich an den kalten Stellen der Außenwand als Tauwasser nieder. Das ist eine Grundvoraussetzung für Schimmelbildung. Besonders in den Ecken und an den durch Möbel verstellten Außenwänden kann das dann passieren. Eine Wärmedämmung der Außenwände sorgt für warme Wandflächen und verhindert so Feuchtigkeitsansammlungen.

Jedes Jahr steigen die Energiekosten für mein Haus. Wie kann ich dem begegnen, ohne viel zu investieren?

Wer groß investieren will oder kann, sollte zunächst einmal sein Wohnverhalten prüfen: Habe ich funktionierende Thermostate? Sind die Heizungsleitungen und Armaturen gedämmt? Sind alle elektrischen Geräte ausgeschaltet, wenn ich nicht zu Hause bin? Sind meine elektrischen Geräte eventuell Stromfresser? Lüfte ich richtig? All das kann Energie sparen helfen.

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