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Mühl Rosiner spendet eine Niere : Endlich das Leben wieder genießen

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Wenn das nicht Liebe ist: Erhard Bendig aus Mühl Rosin spendete seiner todkranken Ehefrau Barbara eine Niere und wurde zum Lebensretter. Nach langen Leiden sind sie heute wieder glücklich.

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2013 | 11:18 Uhr

Noch vor wenigen Monaten sah es für Barbara Bendig aus Mühl Rosin nicht gut aus. Seit Jahren war sie aufgrund ihrer kranken Nieren an der Dialyse und hatte kaum Hoffnung auf ein langes Leben. Heute strahlt die 57-Jährige wieder. Ihr Ehemann Erhard (60) gab ihr seine linke Niere ab. Seither geht es Barbara Bendig wieder gut. Das Ehepaar, das über 33 Jahre verheiratet ist, kann wieder strahlen.

"Endlich mal einen ganzen Pott Kaffee trinken - das ist ein Glücksmoment, den ich jeden Tag genieße", sagt Barbara Bendig. Seit Jahren musste sich die zweifache Mutter zurückhalten. Nur wenig durfte sie trinken, kaum Obst essen und auch sonst viele Vorschriften einhalten. Drei Mal pro Woche ging es an die Dialyse - das Blut wurde von Giften befreit. Denn die Nieren von Barbara Bendig arbeiteten nicht mehr. "Beide Nieren waren seit meiner Geburt Zysten-Nieren. Sie waren von Wucherungen umgeben, die immer weiter gewachsen sind", so Barbara Bendig. Erfahren hat sie dies erst 1991. Bis dahin hatte sie sich immer gewundert, warum sie so oft krank war. Diagnostiziert wurde jeweils Nierenentzündung. Dann aber war klar: Spätestens 2004 muss sie an die Dialyse. "Da habe ich noch Glück gehabt, konnte sogar bis 2000 noch arbeiten gehen", erzählt die Mühl-Rosinerin.

Dann aber ließ ihre Leistungsfähigkeit langsam nach. Von 2004 bis 2011 kam jährlich eine OP dazu. Unter anderem wurden beide Nieren entfernt, weil diese immer weiter wucherten. Erhard Bendig hörte auf zu arbeiten, um mehr bei seiner Frau zu sein. 2004 wurde Barbara Bendig auf die Liste für eine Spender-Niere gesetzt. Doch die Wartezeit hatte sich inzwischen auf zehn bis zwölf Jahre verlängert. "Wir wussten nicht, ob sie diese Zeit überleben würde", erzählt Erhard Bendig. Weil er seine Frau nicht weiter leiden sehen konnte, begann er, über eine Lebendspende nachzudenken. Schon bei der ersten Grobuntersuchung stellten die Ärzte fest: Es könnte passen. Einer Woche im Krankenhaus folgten ein psychologischer Test und eine Beratung der Ärztekammer. Am 20. September 2011 war es so weit. Erhard Bendig wurde eine Niere entnommen und seiner Frau Barbara in die rechte Leiste eingesetzt. Sie fing sofort an zu arbeiten. "Wir haben uns beide riesig gefreut, dass alles gut ging", sagen sie.

Heute kann Barbara Bendig wieder viel mehr unternehmen. "Wir sind im Frühjahr 2012 sogar gemeinsam auf den Brocken gewandert", erzählt sie stolz. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Sie kann jetzt essen, worauf sie Appetit hat. Und auch Spazierengehen, Theaterbesuche oder Gartenarbeit kann sie heute wieder genießen, wann immer es ihr danach ist.

Das Ehepaar will anderen Betroffenen Mut machen. "Die Medizin ist inzwischen sehr weit. Wir sind ein Beispiel, dass es perfekt klappen kann", sagen beide. Und spätestens wenn Barbara Bendig einen großen Eisbecher vor sich hat, dann strahlt sie ihren Erhard an und er strahlt zurück. Denn nur durch seine Entscheidung kann sich Frau das Leben wieder genießen.


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