Nabu warnt: Artensterben auch 2010 nicht gestoppt : Ende der Vielfalt

Für 320 Pflanzenarten trägt MV eine besondere Verantwortung. Eine Bilanz, wie es mit dem Erhalt der Artenvielfalt im Land aussieht, will der Naturschutzbund auf einer Tagung am 19. und 20. November in Güstrow ziehen.

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08. November 2010, 11:51 Uhr

Eine Bilanz, wie es mit dem Erhalt der Artenvielfalt im Land aussieht, will der Naturschutzbund (Nabu) auf einer Tagung am 19. und 20. November in Güstrow ziehen. Das Ziel, das Artensterben bis 2010 zu stoppen, sei wahrscheinlich nicht erreicht, sagte Ringel. Erfolge gebe es etwa bei Arten, die nur auf Salzwiesen vorkommen, wie Rohrfuchsschwanz oder Strandwegerich. Sie profitierten vom Programm der naturschutzgerechten Grünlandbewirtschaftung, sagte die Botanikerin. Dagegen seien viele an Ackerflächen gebundene Arten ernsthaft gefährdet. "Die Instrumente zu ihrem Schutz, wie die Randstreifenprogramme, reichen nicht aus." Die Landwirte müssten Teile ihrer Schläge extensiv bewirtschaften, also Dünge- und Pflanzenschutzmittel drastisch einschränken, damit selten gewordene Ackerpflanzen wie Lämmersalat, Kornrade oder Filzkraut gedeihen können. "Doch das geht nur, wenn dies finanziell unterstützt wird." Noch keine Lösung parat haben Botaniker für manche Pflanzen, die an Kiefernwälder auf nährstoffarmen Böden gebunden sind, wie die Orchidee Kriechendes Netzblatt auf Rügen oder das im Norden verbreitete Moosglöckchen. Deren Standorte an der Küste veränderten sich natürlicherweise.Die Vorkommen der gefährdeten oder seltenen Pflanzen im Land sind in der Floristischen Datenbank des Landes vollständig erfasst. Sie ist seit vorigem Jahr im Internet öffentlich zugänglich, sagte Ringel. Ziel sei es, einmal alle dokumentierten Funde der rund 2800 höheren Pflanzen sowie der Moose, Flechten und Pilze aufzulisten.

"Derzeit ist nur ein knappes Viertel komplett elektronisch erfasst." Das Gros der Einzelinformationen, die haupt- und vor allem ehrenamtliche Botaniker in den vergangenen 70 Jahren sammelten, schlummere noch auf Karteikarten. Der Nabu habe Mittel eingeworben, etwa bei der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung, um die Datenbank weiter zu entwickeln. Das sei mit dem Ehrenamt allein nicht möglich. Die Daten stehen nach den Worten Ringels jedem Interessierten zur Verfügung, vor allem aber könnten Planungsbüros und Umweltämter damit arbeiten.

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