Ende April entscheidet sich Claussens politisches Schicksal

svz.de von
16. Juli 2008, 09:46 Uhr

Schwerin - Der seit dem Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie politisch angeschlagene Schweriner Oberbürgermeister Norbert Claussen (CDU) muss sich am 27. April einem Bürgerentscheid über seine Abberufung stellen – ein in MV bislang einmaliger Vorgang. Bei der Abstimmung auf der gestrigen Stadtvertretersitzung votierte von den fünf Fraktionen nur das Bündnis von CDU und FDP dagegen.

Lea-Sophie war in der elterlichen Wohnung wochenlang ohne Nahrung geblieben und im November 2007 gestorben. Die Eltern sind wegen Mordes angeklagt. Claussen wird vorgehalten, bei der Aufarbeitung der Tragödie wochenlang wesentliche Fakten verschwiegen zu haben. Viel zu spät habe er trotz früher Kenntniss der Aktenlage Versäumnisse seitens des städtischen Jugendamtes eingeräumt. Einem Untersuchungsausschuss zufolge könnte Lea-Sophie noch leben, wenn das Jugendamt sachgerechter gearbeitet hätte. Auch mit dem Satz, Schwerin habe mit dem Fall „Pech gehabt“, für den er sich später entschuldigte, hatte der OB Empörung ausgelöst.

Abgewählt wäre Claussen, wenn beim Bürgerentscheid zwei Drittel der abgegebenen Stimmen dafür entfallen, wobei diese Mehrheit einem Drittel der insgesamt Stimmberechtigten entsprechen müsste. Das wären knapp 30 000 Schweriner.

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