Emba wagt erste Schritte ins Außengehege

Geht alles gut, wird Emba bald gemeinsam mit ihren Eltern auf der Anlage sein, ohne menschlichen Schutz wie hier von Tierinspektor Stefan Terlinden. Etwa ein Jahr bleibt die Leopardin in Rostock. Dann geht sie in einen anderen Zoo – um wiederum für Nachwuchs zu sorgen. Foto: Georg Scharnweber
Geht alles gut, wird Emba bald gemeinsam mit ihren Eltern auf der Anlage sein, ohne menschlichen Schutz wie hier von Tierinspektor Stefan Terlinden. Etwa ein Jahr bleibt die Leopardin in Rostock. Dann geht sie in einen anderen Zoo – um wiederum für Nachwuchs zu sorgen. Foto: Georg Scharnweber

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19. August 2008, 09:06 Uhr

Rostock - Sattes Gras, ein querliegender Baumstamm und daneben ein Teich: In der Schneeleoparden-Anlage des Rostocker Zoos gibt es für die kleine Emba viel zu entdecken. Vorsichtig ist sie gestern durch die für sie neue Umgebung getapert, hat sich vorgewagt und wieder Schutz gesucht. Nicht aber bei Mutter Shila, sondern bei Ellen Hinz . Die Tierpflegerin ist Embas Adoptivmutter. Das vom Zoo lang ersehnte Jungtier ist eine Handaufzucht. Einst lebensbedrohliche Umstände machten dies notwendig.

Gekämpft gegen einen Virus
Emba wurde im Mai geboren. Ihre Mutter ist Shila, ihr Vater Ischtvan. Mehr Schneeleoparden leben nicht im Zoo. Die anfängliche Freude über Emba wurde schnell nach der Geburt getrübt: Das Jungtier bekam eine Virusinfektion. „Wir mussten sie täglich behandeln und immer wieder von der Mutter wegnehmen“, sagt Kuratorin Antje Zimmermann.

Die natürliche Aufzucht war gefährdet, „schließlich haben wir uns für die Handaufzucht entschieden.“ Emba wurde von ihrer Mutter getrennt und war von nun an „das Kind“ von Ellen Hinz. Die Tierpflegerin nahm Emba mit nach Hause, päppelte sie dort auf. Neun Mal in 24 Stunden machte sie dem Sorgenkind die Flasche warm, ließ es zur Sicherheit neben ihrem Bett in einem Körbchen schlafen. „Anders geht das gar nicht.“

Hinz wurde gar für eine Zeit von der normalen Zoo-Arbeit freigestellt. Die kleine Großkatze raubte all ihre Aufmerksamkeit. „Schneeleoparden sind ganz besonders empfindlich, sie nehmen einem schnell etwas übel.“ Was beispielsweise der junge Löwe noch ohne Knurren als Frischfleisch akzeptiert, kann für den Schneeleoparden schon „ein paar Minuten“ zu alt sein.

Fortpflanzung nur mit Liebe
Empfindsam sind die Jungen und empfindsam sind die Alten. Nicht umsonst hat der Zoo so lange auf Nachwuchs der bedrohten Tierart warten müssen. Seit 1989 fanden sich in Rostock immer wieder Männchen und Weibchen zusammen. „Sie hatten aber bisher nicht sexuell harmoniert“, sagt Zimmermann. Das sei nämlich wichtig bei dieser Art. Männchen und Weibchen müssen sich mögen. So wie Shila und Ischtvan. Sie leben seit 2006 zusammen.

Emba soll jetzt allmählich wieder mit ihren Eltern zusammengeführt werden. „Im günstigsten Fall können wir irgendwann alle drei zusammen zeigen.“ Bisher erschnuppert sie das große Gehege allein – mit „Noch-Mutti“ Ellen Hinz. Bis auf weiteres wird Emba für die Besucher allerdings nur selten und zufällig zu sehen sein. Eine Tafel vor dem Gehege informiert – sporadisch – über die Zeiten. „Anders geht es leider jetzt noch nicht.“

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