zur Navigation springen

Schwerin: City-Hort auch im nächsten Schuljahr überbelegt : Elternrat bemängelt Hortplatz-Vergabe

vom

In die Debatte um die Überbelegung im City-Hort mischt sich jetzt auch Schwerins Stadtelternrat der Kindertagesstätten ein. Es müsse eine frühzeitige und offene Kommunikation begonnen werden.

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2011 | 11:09 Uhr

In die hitzige Debatte um die Überbelegung im City-Hort mischt sich jetzt auch Schwerins Stadtelternrat der Kindertagesstätten (StER) ein. Es müsse eine frühzeitige und offene Kommunikation zwischen Trägern, Stadt und Eltern begonnen werden, fordert Dr. Antje Weber vom Vorstand. Am Donnerstag beraten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses um 17.30 Uhr im Stadthaus, Am Packhof 2-6, wie die verfahrene Situation im City-Hort entspannt werden kann.

Mehrere Eltern hatten sich beschwert, weil zu Beginn des vergangenen Schuljahres etwa 40 Erstklässler der Friedensschule in der Steinstraße zur Hortbetreuung in die mehrere hundert Meter entfernte Erich-Weinert-Schule ausgelagert worden waren. Sogar der Vorwurf der "Kindeswohlgefährdung" stand im Raum und löste auch Kritik seitens des Landessozialministeriums aus. Der Streit eskalierte am 27. Juni auf der jüngsten Stadtvertretersitzung, bei der die CDU/FDP-Fraktion ein Disziplinarverfahren gegen Schwerins Sozialdezernenten Dieter Niesen (SPD) forderte.

Eine Lösung hat auch Schwerins Elternrat nicht in der Tasche. "Die Auslastung im City-Hort wird sich demnächst nicht ändern", stellt Weber vom StER fest. "Auch Eltern künftiger Schulkinder werden sich fragen, wie es weiter geht." Es sei bedauerlich, dass noch immer keine Lösung für den City-Hort gefunden worden sei, die das Problem der Überbelegung dauerhaft lösen würde, so Weber weiter.

Rückblick: Seit dem Schuljahr 2010/11 werden in der Friedensschule statt zwei nunmehr drei erste Klassen unterrichtet. Diese Entscheidung führte zu einem steigenden Bedarf an Hortplätzen. Zurzeit betreuen die Erzieher des City-Hortes mehr als 280 Hortkinder. Weil das Gebäude des City-Hortes ursprünglich nur für 100 Kinder ausgelegt war, und auch das Gebäude der Friedensschule nach Ansicht des Trägers, der kommunalen Kita gGmbH, nicht ausreichend Platz für alle bietet, werden 44 Erstklässler nach dem Unterricht in der Erich-Weinert-Schule betreut.

Mehrere Eltern betroffener Kinder fühlten sich übergangen. Familie Matthiessen hatte zwar im März 2010 die Zusage für einen Hortplatz erhalten, "von einer Auslagerung war uns gegenüber nie die Rede", schreibt sie in einem Brief an unsere Zeitung. "Aufgrund guter Erfahrungen und des offenen Hortkonzeptes hatten wir uns für den City-Hort entschieden." Angesichts der derzeitigen Situation "favorisieren wir jetzt die Doppelbelegung in der Friedensschule", heißt es weiter.

Aber Hortbetreuung in Unterrichtsräumen lehnt die Kita gGmbH aus Gründen der Sicherheit bislang ab. Der Platzbedarf von Kindern während des Unterrichts, in dem die Schüler an einem Platz sitzen, ist nach Ansicht von Anke Preuß, Kaufmännische Geschäftsführerin, wesentlich geringer. Im Hort laufen die Kinder dagegen frei herum.

Aber die Betreuung in der Erich-Weinert-Schule löst bei Eltern Kritik aus. "Das freie Spielen wird durch die deutlich älteren Schüler der Weinert-Schule eingeschränkt. Wenn diese Hofpause haben, müssen die Hort-Kinder reingehen, erst danach dürfen alle wieder raus", schreibt Familie Matthiessen. "Bestimmte Punkte des Hortkonzeptes, wie beispielsweise klassenübergreifendes Spielen, Freundschaften und Kontakte werden und können in der Weinert-Schule nicht umgesetzt werden."

Nach den Plänen der Kita gGmbH werden die Kinder auch im kommenden Schuljahr die meiste Zeit ihrer Hort-Nachmittage in der Weinert-Schule betreut werden. Dennoch sind nach SVZ-Informationen alle Seiten bemüht, solche Situationen künftig zu vermeiden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen