Elternbeiträge für Kitas gestiegen

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Die Elternbeiträge für Kitas in MV sind seit 2005 im Schnitt deutlich um 11,2 Prozent gestiegen. Auch die Kommunen zahlen mehr. Der Anteil des Landes ist seit 2005 dagegen gesunken. Das belegt eine Umfrage des Städte- und Gemeindetages. Er forderte das Land gestern auf, seinen Anteil an die gestiegene Kinderzahl in den Kitas anzupassen.

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06. November 2008, 08:30 Uhr

Schwerin - Eigentlich ist das Konzept in der städtischen Kita in Teterow auf 180 Kinder ausgerichtet. In dem geräumigen Gebäude finden derzeit aber 270 Kinder Platz. Die Nachfrage ist groß, wie Bürgermeister Reinhard Dettmann berichtet. Auch die anderen drei Kitas in der Stadt seien bis auf den letzten Platz gefüllt, so Dettmann, der zugleich Vorsitzender des Städte- und Gemeindetages ist. Gingen 2005 noch rund 30 Prozent der Kinder eines Jahrgangs in die Krippe, seien es jetzt über 40 Prozent, bestätigt auch Thomas Beyer, Sozialsenator der Stadt Wismar. Der Städte- und Gemeindetag vermutet, dass der erfreuliche Trend vor allem an der Attraktivität der Einrichtungen und an der verbesserten Arbeitsmarktsituation in MV liegen könnte. Allerdings habe die Entwicklung auch finanzielle Auswirkungen in den Kitas. Um diese zu ermitteln, hat der Kommunalverband mehr als ein Drittel aller Einrichtungen in MV befragt. Ergebnis: Die Kosten für Eltern und Kommunen haben wegen der gestiegenen Kinderzahl in den Kitas deutlich zugenommen.

Das liege wiederum vor allem daran, dass das Land seine Zuschüsse nicht entsprechend aufstocke, kritisiert Thomas Deiters vom Städte- und Gemeindetag. Das Land hat eine jährliche Erhöhung seines Anteils um zwei Prozent festgeschrieben. Von 2006 auf 2007 stieg er beispielsweise von knapp 81 auf rund 82,5 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der Kinder in den Kitas laut Kommunalverband aber von 78 079 auf 81 151 zu – also um 3,9 Prozent.

Im Schnitt sind die Elternbeiträge demnach seit 2005 um 11,2 Prozent gestiegen. Der Anteil der Kommunen hat sich seither um 6,5 Prozent erhöht – während der des Landes um 3,4 Prozent gesunken ist. In der Krippe hat sich der durchschnittliche Beitrag der Eltern damit von 202 auf 221,40 Euro erhöht, im Kindergarten von 110,86 auf 123,31 Euro und im Hort von 66,57 auf 74,26 Euro.

Der Städte- und Gemeidetag fordert das Land deshalb auf, bei der anstehenden Novellierung des Kita-Gesetzes das Finanzierungssystem zu ändern. Dabei soll das Land seine Beteiligung an gestiegene Kinderzahlen anpassen. Entscheidend für die Finanzierung und die Verteilung der Mittel müssten die belegten Plätze in den Einrichtungen sein, so Deiters: „Eltern und Gemeinden dürfen nicht weiterhin allein das finanzielle Restrisiko tragen.“

Darüber hinaus schlägt der Kommunalverband vor, dass unter anderem die Inhalte des Vorschuljahres mit denen in der Grundschule abgestimmt werden sollen. Auch solle darüber nachgedacht werden, zur Entlastung von hochqualifiziertem Personal auch weniger qualifizierte Mitarbeiter für begleitende Tätigkeiten zuzulassen. Nur so könne dem drohenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Nicolaus Voss, Staatssekretär im Sozialministerium, nahm den Forderungskatalog der Gemeinden gestern entgegen. Er sei „ein wichtiger Beitrag für die anstehenden Diskussionen“, so Voss.

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