Eltern verlangen Sicherheit - Nach Straßenbahn-Unglück Schutzwände gefordert

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Das Bahn-Unglück an der Haltestelle Südstadt-Center – für Eltern und Leitung des Schulzentrums Paul Friedrich Scheel war es fast vorhersehbar. Schon einmal hatten sie sich wegen der unübersichtlichen Straßenüberquerung an die Stadt gewandt. Jetzt fordern sie erneut eine Lösung: größere Verkehrsinseln oder eine verbesserte Ampelphase.

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18. September 2008, 07:33 Uhr

Rostock - Erst eine zweispurige Straße, dann ein Inselstreifen, danach zwei Straßenbahngleise, wieder ein Inselstreifen und nochmal eine zweispurige Straße: Diesen Weg muss gehen, wer den Südring an der Haltestelle Südstadt-Center überqueren will. Die Kinder des Schulzentrums Paul Friedrich Scheel müssen dies öfter tun.

Am Montag war es einem 16-Jährigen Jungen zum Verhängnis geworden. Als er seiner Schwester aus der zweiten Klasse – sie war gerade auf die Gleise gefallen – helfen wollte, wurde er selbst von der Linie 2 erfasst. Erst nachdem die Feuerwehr die tonnenschwere Bahn anhob, konnte er befreit werden.

Der Junge ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Ein Unfall, der so nicht passieren hätte müssen, sagen Martina Mede, Klassenlehrerin der geretteten Schwester, und Karl-Heinz Warnack, der Leiter des Schulzentrums. „Wir hatten der Stadt schon vor zwei Jahren von der Gefährlichkeit der Haltestelle berichtet“, sagt Warnack.

Eine größere Insel könnte ihrer Meinung nach die Situation verbessern, oder eine durchgehende Ampelphase, sodass man die Straße in einem Ritt passieren kann. „Wir haben auch körperbehinderte Kinder, das ist wirklich problematisch“, sagt Mede. Außerdem würden auch langsamere Rentner ihre Schwierigkeiten mit der Haltestelle haben.

Eltern der Schüler unterstützen die Schule bei ihrer Bitte an die Stadt, zum Beispiel Ralf Marquardt. Sein Sohn geht in die Klasse des geretteten Mädchens. Er sagt: „Hier muss auf jeden Fall etwas passieren.“ Vielleicht helfe auch schon eine verlängerte Sichtscheibe zum Schutz vor den Straßenbahnen, die Vorfahrt haben.

Vor zwei Jahren hatte die Stadt eine Veränderung als „technisch nicht möglich“ eingeschätzt. „Der Fall hat schon seine Akten“, so Warnack.

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