Eltern benoten Schulen

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08. April 2008, 07:10 Uhr

Rostock/Schwerin - Bei bislang zehn Bewertungen kommt die Astrid-Lindgren-Realschule auf einen beachtlichen Noten-Durchschnitt von 1,7. Die Rostocker Regionale Schule „Ehm Welk“ steht mit 1,9 nicht viel schlechter da.

Benotet werden auf www.schulradar.de beispielsweise die Qualität der Lehrer, die Schulleitung, Mitbestimmungsmöglichkeiten, Stimmung unter den Mitschülern und Unterrichtsausfälle. „Wir wollen Schulen transparenter machen“, sagte Bernd Dicks, einer der Initiatoren der Plattform, gestern gegenüber unserer Redaktion. „Wenn Kinder auf eine weiterführende Schule wechseln, beginnt für Eltern oft die mühsame Suche nach Informationen“, so der Kölner Student. Eltern sollen sich auf dem neuen Portal orientieren, austauschen und informieren können.

Dicks und seine Mitstreiter sind ebenfalls die Macher der umstrittenen Internet-Plattform „spickmich.de“, auf der Schüler ihren Lehrern Noten geben. Inzwischen sind auf diesem Benotungs-Portal 800000 Schüler angemeldet, die 350000 Lehrer bewerten. Klagen gegen diese Seite wurden bisher mit dem richterlichen Hinweis auf Meinungsfreiheit abgewiesen.

Die neue Seite „schulradar.de“ soll nach dem Willen ihrer Initiatoren auch den Wettbewerb unter den Schulen fördern. „Die Plattform ist eine Art Stiftung Warentest für alle Schulen“, sagte Dicks.
Die Meinungen dazu gehen auseinander. Klaus Niemann, Direktor des Gymnasiums in Dömitz: „Nichts dagegen, wir sind für Offenheit.“

Auch das Schweriner Bildungsministerium zeigte sich aufgeschlossen. Sprecherin Johanna Hermann: „Als eine erste Orientierung für Eltern und die Schüler kann schulradar.de ein Einstieg in die Thematik sein.“ Hans Kreher, Landtagsabgeordneter und Bildungsexperte der FDP findet: „Das Bedürfnis nach einem Schulranking ist berechtigt, aber niemand kann überprüfen, wer die Noten im Internet gibt.“ Der Philologenverband lehnt dagegen die Seite als „Pseudokommunikation“ ab.

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