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21. August 2017 | 04:53 Uhr

Elde-Mühle nach Serbien verkauft

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Parchim | Im riesigen Backsteingebäude der Elde-Mühle am Fischerdamm wird seit wenigen Tagen wieder mit Hochdruck gearbeitet. Doch es ist die definitiv letzte Schicht für den traditionsreichsten Betrieb der Eldestadt. Nachdem am 31. Januar 2008 um 12 Uhr das letzte Mehl über die Mühlenwalzen lief und in der vorletzten Großmühle Mecklenburgs das Licht ausging, wird nun das Inventar in seine Einzelteile zerlegt. "Die Mühlentechnik wurde komplett an ein serbisches Unternehmen verkauft", sagt Walter Scheurich, der hier bis zur Schließung jahrzehntelang die Verantwortung trug. Im Auftrag des Eigentümers, der VK Mühlen AG, wickelt er nun als Verwalter vor Ort den Betrieb ab. "Der Verkauf macht Sinn und ist immer noch besser als die Verschrottung im Hochofen", meint der Mühlenexperte. Und Manich Zsolt, Ingenieur des serbischen Unternehmens Gebi mit Stammsitz in Cantavir, stimmt zu: "Die Technik und vor allem die elektronische Steuerung ist hochwertig und wird in Serbien gute Dienste leisten". Der serbische Futtermittelproduzent will seine Kapazität mit der kompletten Mühlentechnik aus Parchim weiter erhöhen. "Die kugelgelagerten Maschinen gelten als sehr zuverlässig", weiß der serbische Fachmann, der in Deutschland bereits gebrauchte Technik für über 500 000 Millionen Euro eingekauft hat. In seiner Heimat wird für die mecklenburgische Mühlentechnik eine neue rund 2000 Quadratmeter große Werkhalle gebaut. Bis Ende September soll in Parchim alles demontiert, verpackt und versandt sein. "In einem halben Jahr dürfte die Mühle in meiner Heimat wieder laufen", gibt sich Manich Zsolt zuversichtlich. Dafür arbeitet er mit Walter Scheurich, der Detailzeichnungen für den Wiederaufbau anfertigt, Hand in Hand.

Völlig offen ist, was mit 1897 erbauten Backsteingebäude künftig wird. Neben Unternehmen der Region hat sich auch der weltbekannte und in Parchim geborene Aktionsküstler HA Schult für das Haus am Eldearm interessiert.

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erstellt am 15.Sep.2010 | 08:03 Uhr

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