Ekelfleisch und giftige Nüsse

Trotz intensiver Kontrollen und Aufdeckung von Gammelfleischskandalen in den vergangenen Jahren lassen sich Hygieneprobleme in zahlreichen deutschen Lebensmittelbetrieben offensichtlich nicht aus der Welt schaffen. So verstieß auch 2007 etwa jeder fünfte (18 Prozent) der von den Bundesländern kontrollierten Betriebe gegen die Hygienevorschriften, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gestern in Berlin mit.

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24. Juli 2008, 09:53 Uhr

Berlin Zu häufigen Beanstandungen – 12 Prozent – führten auch Verunreinigungen an Fleisch, Wild, und Geflügel sowie Knabberwaren und Nüssen. Aber auch krankheitserregende Keime wurden festgestellt.

Wie im Jahr davor kam es 2007 in fast jedem vierten der 562 047 kontrollierten Betriebe zu Verstößen gegen das Lebensmittel- und Kennzeichnungsrecht. „Dabei wurde knapp die Hälfte aller Betriebe kontrolliert, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten, handeln, lagern, transportieren oder verkaufen.“ Die Palette reicht damit vom industriellen Großhersteller bis zum Kleinverkäufer am Kiosk. In Einzelfällen werden auch Betriebe befristet oder ganz geschlossen. In Fällen des Lebensmittelbetruges urteilten die meisten Richter inzwischen nach dem Strafrecht also mit Geld- oder Gefängnisstrafen.

Trotz dieser ernüchternden Entwicklung erklärte der Chef des Bundesamtes, Helmut Tschiersky-Schöneburg: „Wir stellen Lebensmittelsicherheit auf hohem Niveau sicher.“ Die Erkenntnisse in den geprüften Unternehmen könnten nicht verallgemeinert werden.

Kontaminierte Ware schon an den EU-AußengrenzenDie Firmen selbst seien für den geordneten Umgang mit Nahrungsmitteln verantwortlich, diese Eigenkontrollen seien von den für die Überprüfung zuständigen Ländern in sieben Prozent der Fälle beanstandet worden. Umgesetzt werde dabei EU-Recht. Zunehmend werde auch an den EU-Außengrenzen kontrolliert, um kontaminierte Ware, giftige Nüsse aus Drittländern, krebsfördernde Chili-Gewürze und vergifteten Fisch aus Übersee gar nicht erst hereinzulassen.

Die Untersuchungsbehörden der Länder nahmen im vergangenen Jahr 402 463 Proben. Davon wurden wie 2006 etwa 15 Prozent beanstandet. Etwa die Hälfte davon ging auf falsche und irreführende Kennzeichnungen wie fehlende Haltbarkeitsdaten oder Mogelpackungen zurück.

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