Ekel-Liste: Vorsicht bei Fleisch

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24. Juli 2008, 08:16 Uhr

Berlin/Rostock - Ein halber Finger zwischen dem Gefriergemüse, ein Frosch im Speiseeis, eine Maus in der Bierflasche – die Ekelliste der Lebensmittelkontrolleure gibt alles her, was man sich nicht vorstellen mag. Einer der bekanntesten Fälle in MV ist jener Rostocker Lebensmittelhändler und Versorger von Imbissbuden, der erst 2,1 Tonnen überlagerten Fisch, 800 Kilo Gemüse und Würstchen hortete, und dann auch noch auf Norddeutschlands größtem Weihnachtsmarkt in Rostock eine Fischhütte öffnen wollte. Daraus wurde nichts. Lebensmittelprüfer schlossen alle seine Verkaufsstätten.

23 Prozent der 2007 überprüften 562 000 Lebensmittelbetriebe wurden bei bundesweiten Kontrollen beanstandet. 18 Prozent der kontrollierten Betriebe verstießen gegen Hygienebestimmungen, sechs Prozent hatten ihre Produkte mangelhaft gekennzeichnet. Diese Zahlen entsprechen in etwa denen des Jahres zuvor. Bundesweit wurde 2007 etwa die Hälfte aller Lebensmittelbetriebe kontrolliert. Dennoch zog der Leiter des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebenmittelsicherheit, Helmut Tschiersky-Schöneburg, gestern eine positive Bilanz. Die Lebensmittelsicherheit sei in Deutschland „auf einem hohen Niveau“. Die Auswahl der Kontrollen falle bereits auf Betriebe und Lebensmittel mit erhöhtem Risiko wie die Hersteller von Hackfleisch oder Säuglingsnahrung.

Entwarnung in MV: Bei 8276 Lebensmittel-Proben im vergangenen Jahr kam es lediglich zu 1053 Beanstandungen, 12,7 Prozent. Bundesweit waren es 15 Prozent. Dabei betraf nahezu die Hälfte fehlende Kennzeichnungen. 19 Prozent der beanstandeten Proben in MV hatten erhöhte Keimwerte, Salmonellen oder ähnliches. Fünf Prozent wiesen Verunreinigungen und Schädlingsbefall auf.

Verändert haben sich die Risiko-Lebensmittel. Führte jahrelang Eis die Ekelliste an, so haben jetzt „Fleisch, Wild, Geflügel und Erzeugnisse daraus“ die höchste Beanstandungsquote mit 21,3 Prozent. Es folgen „Zuckerwaren“ (19 Prozent) sowie „alkoholische Getränke“ (18 Prozent Beanstandungen). Eis und Desserts liegen jetzt an siebenter Stelle mit einer Quote von 14 Prozent. Die meisten Verstöße passieren direkt bei den Herstellern.

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