Eisenbahnstrecke bis Freitag gesperrt

Panne beim Brückenbau bei Ventschow. Reisende müssen mehr Zeit einplanen.

svz.de von
12. November 2008, 06:38 Uhr

Ventschow - Aufregung pur: Eine junge Frau aus Rostock, die gestern Vormittag zu einem wichtigen Geschäftstermin nach Osnabrück unterwegs war, rollte nicht mit dem Schnellzug über die Bahnstrecke Bützow–Bad Kleinen, sondern tuckerte im Bus durch Sternberg. Anschluss nach Osnabrück ungewiss...
Wie die Rostockerin kamen gestern etliche Reisende ins Schwitzen. Denn die Bahn sperrte am Morgen kurzerhand die Hauptstrecke durch das Sternberger Seenland. Wer mit dem Zug aus Lübeck und Hamburg kam, musste in Bad Kleinen in einen Bus umsteigen. In umgekehrter Richtung begann der Schienenersatzverkehr in Bützow. Die Abfahrtzeiten der Busse in Blankenberg und Ventschow hatten nichts mehr mit dem Fahrplan für die Schiene zu tun.
Grund des Dilemmas war eine Panne an einer Baustelle bei Ventschow. Hier buddeln Bauleute unter dem Schienenstrang, um Platz für die neue Autobahn 14 zu schaffen. Die Eisenbahnschienen werden dazu auf eine Brücke verlegt. Zunächst für das eine Gleis, dann für das andere. So war es geplant. Doch während an dem gesperrten Gleis gearbeitet wurde, gab es auf dem benachbarten Schienenstrang Probleme. Die Gleise senkten sich ab. Die Bahn sperrte darauf hin sofort den Verkehr.
Eigentlich sollte er am Nachmittag wieder rollen. Doch jetzt muss die Sperrung bis Freitag aufrecht erhalten werden. Wie Bahnsprecher Burkhard Ahlert sagte, hatten Spezialisten zunächst versucht, das abgesenkte Gleis wieder durch Aufschüttungen anzuheben. Da das nicht möglich war, wurde kurzfristig der gesamte Bauablauf umgestellt. Bis Freitag soll nun gleich der Brückeneinschub unter dem zweiten Gleis mit erledigt werden. Da derzeit auch der andere Schienenstrang durchtrennt ist, war eine Vollsperrung unumgänglich. Nach dem Zwischenfall ist auf der Baustelle offenbar höchste Geheimhaltungsstufe angesagt. Mehrere Sicherheitsleute versuchten gestern Vormittag einen Fotografen, der für SVZ den Vorfall dokumentierte, abzudrängen.
Noch bis zum Freitag müssen jetzt die Reisenden aus unserer Region in Richtung Lübeck, Rostock und Hamburg mehr Zeit einplanen. Zusätzlich zu den bereits seit gestern fahrenden Bussen richtet die Bahn bis dahin auch noch eine Direktverbindung auf der Straße zwischen Rostock und Hamburg ein.
Wer auf Grund des Schienenersatzverkehrs beispielsweise einen ab Hamburg gebuchten Anschlusszug nicht bekommt, kann ohne Probleme einen anderen nutzen, sagt Bahnsprecher Ahlert. Keinen Ersatz von der Bahn gebe es allerdings, wenn jemand auf Grund der Verspätung einen Urlaubsflieger oder einen Geschäftstermin verpasst hat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen