Einkaufsmarkt verwüstet

Bei einem Großbrand in einem Einkaufszentrum in Rövershagen bei Rostock ist in der Nacht zu gestern ein Schaden von über einer halben Million Euro entstanden. Die Brandursache ist nach Angaben der Polizei in Rostock nicht bekannt, es werde aber auch wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung ermittelt. Verletzt wurde niemand. Das Feuer ist vermutlich in einer Bäckerei ausgebrochen. Insgesamt sind neun Geschäfte durch Rauch und Löschwasser betroffen. Die Feuerwehr konnte den Brand nach rund drei Stunden löschen.

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03. April 2008, 08:37 Uhr

Rövershagen - Gegen Mitternacht schrecken die Eheleute Ilse und Walter Zube aus dem Bett. „Die Sirene ging zweimal nacheinander“, so der 69-Jährige. „Dann haben wir gesehen, dass vis-a-vis Flammen aus dem Dach schlugen. Kurze Zeit später rückten die Löschzüge aus und hatten einige Stunden zu tun.“ Die Zubes wohnen direkt hinter dem Feuerwehrhaus. Von dort aus ist das Einkaufszentrum nur einen Steinwurf entfernt. Entsprechend schnell konnten die Löscharbeiten beginnen.

Beim Schichtwechsel Rauch entdeckt

„Etwa um 23.45 Uhr wurden wir alarmiert“, erzählt Uwe Arndt, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Rövershagen. Mitarbeiter der Spielothek hatten beim Schichtwechsel den Rauch entdeckt. „Gegen 1 Uhr nachts hatten wir das Feuer dann unter Kontrolle“, so Arndt weiter. „65 Kameraden waren mit acht Fahrzeugen vor Ort. Um 4.18 Uhr konnten wir dann erstmal wieder abrücken.“

Die Betreiber der Geschäfte sind inzwischen informiert. Daniel Schoders Frau Ulrike betreibt eine Physiotherapie-Praxis. Er selbst wird als Rettungsassistent an den Ort des Geschehens gerufen. Am frühen Morgen dürfen beide ihr Geschäft betreten und sind schockiert. Die gerade zehn Monate alte Praxis steht unter Wasser. Eimerweise haben sie bereits aufgewischt, als von den aufgeweichten Deckenplatten der nächste Guss herunter kommt.

Zuflucht in Spielothek nebenan

In der benachbarten Spielothek, die auf den ersten Blick mit einer nassen Stelle an der Decke den geringsten Schaden zu beklagen hat, treffen sich die Ladenmieter. Fleischer, Bäcker, Physiotherapeut, Friseuse, Verkäuferin – heute haben sie alle die gleichen Fragen und Sorgen: Wie geht es weiter? Zahlt die Versicherung? Woher kam das Feuer? Wann können die Geschäfte weiter gehen? Bäckermeister Jürgen Gottschalk hat bereits einen Verkaufswagen bei seinem Rohstofflieferanten bestellt. „So kann ich wenigstens erstmal provisorisch das Geschäft weiter betreiben.“ Er hofft, dass mit den Versicherungen alles unbürokratisch über die Bühne geht. Hannelore Senkel, Geschäftsführerin von zwölf Friseursalons, wirkt zunächst gefasst: „Wir haben das gerade schon einmal in Schwaan erlebt. Da ist direkt neben uns die Apotheke abgebrannt. Durch das Wasser geht auch der Laminatfußboden kaputt. Den Kampf mit den Versicherungen hatten wir gerade abgeschlossen.“

Einkaufsmöglichkeit bleibt geschlossen
Unterdessen kommen die ersten Kunden an, wollen Brötchen holen oder zur Massage. „Wir kommen aus Bentwisch oft hier her, weil die Brötchen besonders gut sind. Nun müssen wir sehen, dass wir in Mönchhagen welche kriegen“, ärgert sich Wolfram Kummer. Im Penny-Markt bietet sich ein chaotisches Bild. Überall steht Wasser. Auch hier liegen die völlig aufgeweichten Zwischendecken auf den durch den Rauch verdorbenen Waren. „Wir gehen momentan davon aus, dass nichts mehr für den Verkauf geeignet ist“, so Rewe-Sprecher Andreas Krämer.

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