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Kinder erleben im Stadtmuseum Güstrows Geschichte hautnah : "Eine Truhe voller Überraschungen"

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"Eine Truhe voller Überraschungen" - unter diesem Motto stand der Projekttag der Klasse 5 a der Regionalen Schule Zehna im Güstrower Stadtmuseum. Wer jetzt an Gold denkt, liegt jedoch gänzlich falsch.

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erstellt am 20.Apr.2011 | 12:00 Uhr

"Eine Truhe voller Überraschungen" - unter diesem Motto stand der Projekttag der Klasse 5 a der Regionalen Schule Zehna im Güstrower Stadtmuseum. Wer jetzt - wie im Übrigen auch viele der Schüler - an Edelsteine, Schmuck oder Gold denkt, liegt jedoch gänzlich falsch. Gefüllt ist die mittelalterliche Schatzkiste hingegen mit originalen Zeugnissen der Güstrower Stadtgeschichte: Ob eine Kaffeemühle von 1910, ein alter Hobel (1930) oder auch eine gut 90 Jahre alte Bierflasche - vor allem Haushaltsgegenstände hatten die Museumsmitarbeiter aus ihrem umfassenden Depot herausgesucht und in die bis zum Rand gefüllte Truhe gelegt. "Viele Objekte stammen aus Schenkungen Güstrower Bürger", klärt Museumsmitarbeiterin Iris Brüdgam und weist damit auf den direkten Bezug zur Barlachstadt hin. "So können wir, anders als die Lehrer in der Schule, mit Originalen arbeiten. Das ist für die Kinder natürlich wesentlich spannender, zumal sie die Geschichte somit hautnah erleben können", sagt sie.

Plakate und Wandzeitung im Deutschunterricht geplant

Reihum durfte sich nun jeder der Schüler einen Gegenstand aus der Truhe nehmen, ihn beschreiben und anschließend mit Hilfe der Mitschüler seine Funktion bestimmen. Während sich die elfjährige Lena Vogelsang einen Toaster aus dem Jahr 1940 griff und ihn sofort erkannte, hatten es einige ihrer 20 Mitschüler weitaus schwerer: Bei Nachttopf oder Stiefelknecht mussten Iris Brüdgam und ihre Kollegin Kerstin Reincke erst den einen oder anderen Tipp geben und den Kindern somit auf die Sprünge helfen.

Doris Gerhold, Klassenlehrerin der 5 a, zeigte sich von dem besonderen Projekt begeistert. "Ich finde diese Art der Geschichtsbetrachtung ganz toll. Die Schatzkiste weckt natürlich das Interesse der Schüler und spornt zusätzlich an, denn welches Kind kennt denn heute beispielsweise noch eine Bettpfanne?", so die Zehnaer Lehrerin. Aufgegriffen wird das Thema auch im Unterrichtsgeschehen. "Wir werten den Projekttag gemeinsam mit den Schülern aus und planen im Deutschunterricht Plakate oder eine Wandzeitung anzufertigen", sagt Doris Gerhold.

Weiteres Angebot: "Schule wie sie früher war"

"Die Truhe voller Überraschungen" ist jedoch nur eines der vielen Projekte, die das Güstrower Museums speziell für Kinder und Schülergruppen anbietet: "Museumskoffer", "Schule wie sie früher war" oder auch Kunstbetrachtung anhand des "Güstrower Prinzenraubs" lauten nur einige der Angebote der Kultureinrichtung. "Wir sind in der Themenfindung aber sehr flexibel, passen uns oft dem aktuellen Stand des Unterrichts an", betont Iris Brüdgam.

Auch am Kinder-Kunst-Kompass wird sich das Museum in den Sommerferien wieder beteiligen. "Schon jetzt haben wir vier Anmeldungen von Hortgruppen", sagt Iris Brüdgam. Besonders wichtig sei es ihr dabei, Schüler langsam an die Geschichte heranzuführen und damit ihr Interesse zu wecken. "Geschichtsstunden müssen nicht immer langweilig und trocken sein - ganz im Gegenteil", ist die Mitarbeiterin des Güstrower Stadtmuseums überzeugt.

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