Eine Route voller Legenden

Mit einer Märchen- und Sagenstraße hat Mecklenburg-Vorpommern ein neues Angebot für Touristen. Morgen soll die 500 Kilometer lange Strecke zu sagenumwobenen Orten in Westmecklenburg mit einer Oldtimerrallye eingeweiht werden.

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17. Juni 2008, 06:44 Uhr

Schwerin - Ziel der Sagen- und Märchenstraße Mecklenburg-Vorpommerns ist es, mit Hilfe bekannter Stadt- und Symbolfiguren alte Traditionen, Legenden und Brauchtum erlebbarer zu machen, sagt Manfred Pöhls von der Petermännchen-Kulturfördergesellschaft, die die Sagen- und Märchenstraße vor fast zwei Jahren erdacht hatte. „Dadurch wollen wir auch den Tourismus in noch nicht so bekannten Orten ankurbeln. In Zusammenarbeit mit Städten, Landkreisen und Gemeinden haben wir dafür beispielsweise Ausflugspakete gebündelt.“ Insgesamt drei Routen sind im Entstehen: in Westmecklenburg, im Hinterland der Ostsee sowie im vorpommerschen Landesteil. Der erste Bereich – der westmecklenburgische – wird morgen offiziell eröffnet.

Dieser Teil verläuft in einer Länge von 500 Kilometern von Schwerin über Grevesmühlen, die Insel Poel, Rehna, Wittenburg, Zarrentin, Ludwigslust, Parchim, Plau am See, Groß Raden, Warin wieder nach Schwerin. Entlang der Route gibt es vieles zu entdecken: Elfen am Schaalsee, Räuber in Parchim, Sagenpfade auf der Insel Poel und in Warin, eine Hexe in Plau und vieles, vieles mehr. „Die kulturhistorische Sagen- und Märchenstraße MV verbindet Sagen- und Märchenhaftes, Sehenswürdigkeiten, Gastlichkeit, Spaß für Kinder, historische Feste und macht dieses Netzwerk zu einer unvergesslichen Erlebnistour für die ganze Familie“, sagt Pöhls.

Anlässlich der Eröffnung findet die 1. Sagen- und Märchenstraße-Classic statt, eine dreitägige Ausfahrt mit Oldtimern. Diese wird in Zusammenarbeit mit dem Automobilclub Mecklenburg im AvD organisiert. Start ist am morgigen Donnerstag um 8.40 Uhr vor dem Schloss. Der Präsident des Tourismusverbandes, Mathias Löttge, schneidet das symbolische Band der Sagen- und Märchenstraße durch und gibt damit den Weg für die Fahrzeuge frei. Im Minutentakt starten die Oldtimer vom Schloss über den Alten Garten zu einer Fahrt entlang der Route der Sagen- und Märchenstraße.

In den Mitgliedsorten erfolgt die Begrüßung der Teilnehmer mit kleinen Festen durch die Repräsentanten der Städte, Sagenfiguren und weitere Gäste. Dabei werden Mitgliedsschilder durch die Kulturfördergesellschaft übergeben, die die Orte als Mitglied der Sagen- und Märchenstraße ausweisen. In der Landeshauptstadt wurde dieses Schild jüngst im Schlosspark-Center erstmalig präsentiert.

Geplant ist es, dass die Hinweisschilder auf die Mitgliedsorte der Märchen- und Sagenstraße künftig unmittelbar hinter den jeweiligen Ortseingangsschildern stehen sollen, berichtet Pöhls. Am Donnerstag werden die Fahrzeuge Bad Kleinen, die Insel Poel, Grevesmühlen, Klütz, Dassow, Schönberg, Rehna, Gadebusch, Dreilützow und Wittenburg passieren. Freitag geht es über Zarrentin, Boizenburg, Dömitz, Ludwigslust und Parchim nach Plau am See. Am dritten Tag fahren die Oldtimer über Groß Raden und Warin nach Schwerin, wo sie feierlich empfangen und präsentiert werden.

Die Ausfahrt endet am Sonnabend, dem 21. Juni, mit der Ankunft der Oldtimer am Gartenportal des Schweriner Schlosses. Zwischen 15 und 19 Uhr treffen die Fahrzeuge zunächst an der Wendeschleife des Nahverkehrs vor dem Buga-Gelände zum Fototermin und danach vor dem Schloss ein, die schönsten Fahrzeuge werden präsentiert. Diese Tour soll auch in die AvD-Publikation „Traumstraßen in Deutschland“ aufgenommen werden.

Aber nicht nur PS-starke Urlauber sollen sich von der nordöstlichen Sagenwelt angesprochen fühlen. Vor wenigen Tagen wurde mit dem regionalen Eisenbahn-Unternehmen Ostseeland Verkehr GmbH (OLA) eine Kooperation besiegelt, die die Erkundung der Sagenwelt auch für Radfahrer in Kombination attraktiver gestalten soll. Die Radler können zahlreiche Strecken dann auch in OLA-Zügen zurücklegen, die schon bald die Namen der Märchen- und Sagenfiguren tragen sollen.

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