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Güstrow: Massenkarambolage am 8. April auf der A19

: Eine Region dankt den Rettern

vom

Auf Einladung der Landräte der Landkreise Güstrow und Bad Doberan, Lutz da Cunha und Thomas Leuchert, trafen sich gestern Abend Einsatzkräfte und Helfer des Unglücks auf der A19 am 8. April.

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erstellt am 30.Apr.2011 | 11:43 Uhr

Auf Einladung der Landräte der Landkreise Güstrow und Bad Doberan, Lutz da Cunha und Thomas Leuchert, trafen sich gestern Abend Einsatzkräfte und Helfer des schweren Unglücks auf der A19 am 8. April im Festsaal der Verwaltungsfachhochschule Güstrow. Bei der Massenkarambolage - ausgelöst durch einen Sandsturm - kamen acht Menschen, darunter zwei aus dem Landkreis Güs trow, ums Leben. 131 Menschen wurden verletzt.

Güstrows Landrat Lutz da Cunha, der 1. Stellvertreter des Doberaner Landrates, Wolfgang Kaatz, Ministerpräsident Erwin Sellering und Innenminister Lorenz Caffier sprachen übereinstimmend allen 300 Rettungskräften und Helfern den Dank der Region für diesen Einsatz unter außerordentlich schwierigen Bedingungen aus.

In Gesprächen wurde noch einmal an das schlimme Unglück erinnert. Rettungsassistent Rüdiger Struve, seit fast 20 Jahren beim DRK in Güstrow tätig, wurde von seiner Dienststelle an den Unfallort gerufen. Gegen 13 Uhr war er da. Am Unfallort wütete immer noch der Sandsturm. "Nach wenigen Minuten tränten mir schon die Augen. Diesen Sand, diesen Sturm und dieses Chaos von kaputten und brennenden Autos werde ich nie vergessen", sagte er. "Ich half sofort, fuhr mit zwei Verletzten zur Sammelstelle in den Heideweg. Später brachte ich eine Patientin mit ihrer Tochter ins Südstadt-Klinikum Rostock", erinnert sich der Gutower.

Frank Lehmann, Kommissar bei der Bereitschaftspolizei, fragt sich bis heute, was schlimmer war: Das Elend vor Ort oder die Tragik hinter gesichtslosen Namen mitzubekommen. Eine Antwort hat der Rostocker bis heute nicht gefunden, denn er musste Angehörige betreuen und die Todesnachrichten überbringen bzw. zur Identifikation bei Angehörigen um DNA-Vergleichsmaterial bitten. "Es waren für mich schlimme Momente und ich habe extremes Elend und Leid erlebt", sagte Frank Lehmann gestern. Wie auch andere Polizisten möchte er wieder in die Normalität zurückkehren. Drei Wochen nach diesem schlimmsten Verkehrsunfall in der Geschichte des Landes hat er das immer noch nicht geschafft.

Dr. Gunter Fischer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im KMG-Klinikum Güstow, hatte an diesem Freitag innerhalb kürzester Zeit die Operation und Behandlung von vier Schwerstverletzten, neun weiteren Patienten, die auf den Stationen aufgenommen werden mussten, und von 40 Leichtverletzten zu koordinieren. "Obwohl alles schrecklich war und schnell gehen musste, funktionierte das Notfallsystem, das wir aufgebaut haben. Wir waren außerdem gut über die Leitstelle informiert und konnten auf alles reagieren", bewertete der Arzt gestern den Unglückstag. Nicht nur für ihn, sondern auch für die Minister und Landräte stand daher das Fazit, auch wenn es ein schlimmer Tag war: "Wir können uns auf diese Leute bei solchen Einsätzen, egal in welchem Bereich sie tätig sind, verlassen."

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