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Triathlet Michael Raelert im Interview : "Eine Pik acht ist nicht mein Anspruchsverhalten"

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Der Rostocker Michael Raelert genießt für die 70.3-Weltmeisterschaft in Las Vegas auf Grund seiner WM-Titel ein fünfjähriges Startrecht. Infolge einer Knieentzündung steht aber noch nicht fest, ob er teilnehmen kann.

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erstellt am 18.Aug.2013 | 09:56 Uhr

Rostock | Der Rostocker Michael Raelert genießt für die 70.3-Weltmeisterschaft der World Triathlon Corporation (WTC) am 8. September in Las Vegas auf Grund seiner WM-Titel 2009 und 2010 ein fünfjähriges Startrecht. Infolge einer Knieentzündung steht aber noch nicht fest, ob er teilnehmen kann. Mit dem Wahl-Berliner sprach unser Mit arbeiter Bernd-Dieter Herold.

Michael, die 70.3-EM in Wiesbaden mussten Sie wegen Knieproblemen absagen. Welcher Art sind diese?

Michael Raelert: Es ist eine Entzündung der Patellasehne diagnostiziert worden. Momentan renne ich von Arzt zu Arzt, war in München, Fulda, Köln, und jetzt in Bad Doberan. Die Beschwerden kommen bei höchsten Belastungen. Mit dem Problem schleppe ich mich schon fast zwei Jahre herum. Von den Medizinern wurde mir aber bestätigt, dass mein Körper für den Hochleistungssport geeignet ist. Ich muss aufpassen, dass die Sache nicht chronisch wird.

Bisher hörten Sie aber wenig auf Ihren Körper...

Dem kann ich nur zustimmen. Ich bin ein Heißsporn, der allzuoft zu früh wieder in die Wettkämpfe gegangen ist. Daraus habe ich gelernt. Die Gesundheit muss im Vordergrund stehen, zumal ich gemeinsam mit meinem Bruder Andreas noch etwas vorhabe. Deshalb müssen die nächsten Schritte genau überlegt werden.

Heißt das, dass Las Vegas ohne Michael Raelert stattfinden wird?

Das kann ich noch nicht definitiv beantworten. Natürlich reizt es mich, nach meiner unberechtigten Fünf-Minuten-Zeitstrafe und dadurch bedingt nur Platz acht im Vorjahr gerade dort durchzustarten. Genaueres kann ich aber erst Anfang nächster Woche sagen. Sonntag muss ich mich noch einmal in Bad Doberan vorstellen. Dann wird definitiv entschieden.

Ist die Ironman-WM auf Hawaii für Sie weiterhin ein Thema?

Momentan - ich bin ein positiv denkender Mensch - ja. Ich lasse mich auch von meinem 46. Platz im Ranking nicht nervös machen. Schon für Las Vegas haben etliche ihre Startberechtigung nicht angenommen. Das wird auf Hawaii nicht anders sein. Mit zum Beispiel Position 60 sind die Chancen auf eine Teilnahme auch noch groß.

Hand aufs Herz: Wenn die WTC-Einladung kommt - nehmen Sie sie an oder sagen Sie ab?

Das kann ich echt noch nicht beantworten. Ich werde den Ironman auf Hawaii nur bestreiten, wenn ich 100-prozentig fit bin. Mein Anspruch ist hoch. Andreas und ich haben ja den Traum, gemeinsam auf dem Podest zu stehen. Das kann nur erreicht werden, wenn wir beide gemeinsam die höchste Trumpfkarte ausspielen können. Eine Pik acht als Lusche und damit für mich kein Rang im Vorderfeld, das ist nicht mein Anspruchsverhalten. In diesem Fall wäre ein Start nicht ratsam.

Wie würden dann Ihre Pläne aus sehen?

Auf jeden Fall werde ich Andy bereits im Camp in Boulder unterstützen. Dort haben wir ein kleines, ohne Fernseher und Radio eingerichtetes Häuschen gemietet. Natürlich stehe ich ihm auch auf Hawaii zur Seite. Ich möchte auf jeden Fall in diesem Jahr noch einige Wettkämpfe bestreiten. 2014 wird die Saisongestaltung dann etwas anders aussehen. Ziel ist es, möglichst frühzeitig die Tickets für die Höhepunkte in der Tasche zu haben.

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