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Extreme Wetterlage mit Trockenheit und langen Winter : Eine Ernte mit vielen Überraschungen

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Bei der bald anstehenden Rapsernte erwarten die Landwirte in NWM Einbußen von 30 bis 40 Prozent. Das berichtete gestern der Präsident des Kreisbauernverbandes bei einer Informationsveranstaltung.

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erstellt am 16.Jun.2011 | 10:59 Uhr

Bei der bald anstehenden Rapsernte erwarten die Landwirte in Nordwestmecklenburg Einbußen von 30 bis 40 Prozent. Das berichtete gestern der Präsident des Kreisbauernverbandes bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung mit dem Landkreis.

"Wir kämpfen seit dem Frühjahr 2010 mit vielen extremen Wetterlagen", sagte Jörg Haase. Auf den langen Winter sei schon im vergangenen Jahr ein sehr trockener Frühling gefolgt. "Der Raps kam gerade noch rein, als am 1. August praktisch Dauerregen einsetzte", schilderte Haase. Erst Mitte September hätten die Landwirte die Rapssaat für dieses Jahr "in die Erde schmieren" können und auch die sei zum Teil wieder ausgewaschen worden. "Der frühe Wintereinbruch setzte dem Raps dann weiter zu. Der Kahlfrost, der einsetzte, nachdem der Schnee abgetaut war, gab ihm dann den Rest", so Haase. All das habe neben der langen Trockenphase Anfang dieses Jahres dazu geführt, dass der Raps sich nicht massig genug ausbilden konnte und nur kurz blühte. Dafür konnte der Mohn sprießen, der ansonsten vom Raps verdrängt würde und ziert die Felder jetzt mit blutroten Flecken.

Unschlüssig war sich Bauernverbandspräsident Jörg Haase gestern noch was eine Prognose der Gerstenernte anging. "Teilweise sieht sie schon so aus, als wäre sie kurz vor der Reife", erklärte er die golden werdenden Kornfelder. "Doch bei genauerem Hinsehen, fallen die sehr kleinen Körner auf", so Haase. "Es wird sicher eine Ernte mit vielen Überraschungen", kündigte er an. Zuversichtlich zeigte er sich mit Blick auf den Weizen von Dietmar Hocke in Kalsow. "Die Ähren sehen bisher recht gut aus und auch der Starkregen vor einer Woche scheint die Pflanzen nicht zu sehr beeinträchtigt zu haben", sagte Haase, während Hocke Landrätin Birgit Hesse die Weizenpflanze erklärte.

Sie informierte mit Jörg Haase auch über den Agrarpolitischen Tag auf Poel am 21. Juni. Dabei wird Peter Bleser, Staatssekretär und Stellvertreter von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, sich als Gast den Fragen der Landwirte stellen. "Wir werden oft als Bittsteller für Fördermittel und Subventionen dargestellt", sagte Haase. "Das machen wir aber nur, um kostengünstige Lebensmittel produzieren zu können." In drei Jahren wird auf EU-Ebene das Agrargesetz reformiert. Der Präsident des Kreisbauernverbandes befürchtet dabei eine Senkung der Fördermittel für Landwirte in Norddeutschland. "Häufigere Dürren, die Milchkrise und die andauernde Krise auf dem Schweinemarkt haben dazu geführt, dass viele Landwirte theoretisch nicht mehr wirtschaftlich arbeiten könnte - ohne die Förderungen", sagte Haase gestern. Er möchte beim Agrarpolitischen Tag vom Staatssekretär wissen, wie die Fördermittel künftig verteilt werden und wie die Politik den Landwirten in Norddeutschland weiter helfen will. "Ich schließe bewusst die Nachbarn in Schleswig-Holstein und Brandenburg mit ein. Sie werden auch nach Poel kommen", so Haase.

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