Eine Chance für die Schönheit

Steffen Clauß (vorn) mit den Jury-Mitgliedern bei der Bewertung der beteiligten  Models. Foto: Herbert Kewitz
Steffen Clauß (vorn) mit den Jury-Mitgliedern bei der Bewertung der beteiligten Models. Foto: Herbert Kewitz

Um die mutigsten und gelungensten Veränderungen des Aussehens einer Frau in den edelsten Lebensjahren stritten Haarkünstler aus 25 Salons in ganz Mecklenburg. Undine Schuhmacher aus Parchim wurde am Donnerstag zum schönsten Model gewählt.

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07. November 2008, 09:00 Uhr

Schwerin - „Die Kolleginnen konnten die Veränderung gar nicht fassen“, sagt Undine Schuhmacher. „Ich arbeite als Reinigungskraft in einer Schule. Es war Wahnsinn. Die Lehrer haben mich angesprochen. Sie konnten kaum glauben, dass ich das bin.“ Die 45-Jährige hatte als Model an der landesweiten Aktion „Die mutigste/gelungenste Frisurenveränderung in den edelsten Lebensjahren“ teilgenommen. Initiator dieser Aktion, an der sich 25 Friseursalons aus Mecklenburg beteiligten, war Hair-Cosmetic-Team-Chef Steffen Clauß in Schwerin. Im Juni hatten die Teams begonnen nach geeigneten Models, die älter als 40 Jahre sein mussten, zu suchen.

Salonleiterin Doreen Munzig berichtet, wie ihr Parchimer Salon den Sieg erarbeitete: „Wir wussten nach der Zusage von Frau Schuhmacher als Model, dass wir Partner brauchten. Da wurde der Fotograf gesucht, der das Vorher-Bild machen sollte, der Optiker, der eine attraktive Brille anfertigte, da ging es um Kleidung und Schuhe. Es war ja auch ein Ganzkörperfoto gefragt.“ Um der Schönheit eine Chance zu geben, sollte mehr als nur die Frisur verändert werden. Am 29. September war dann der große Tag: „Jede Kollegin hat etwas anderes gemacht“, erläutert Doreen Munzig. „Eine hat sich um die Augen gekümmert, eine andere gefärbt, die nächste geschnitten“

Die entscheidende Frisur, ein Bob, wurde mit der Farbtechnik Thriller gestylt. Das sei ein edler neuer Trend – aufregend und faszinierend fügten sich in die Grundfarbe hellblond eisblonde und beige-braune Strähnen. „Es war aufregend und wir hatten viel Spaß“, sagt die 32-jährige Friseurmeisterin. „Doch dann begann das Warten, denn die Jury trat ja erst am 5. November zusammen.“

Die achtköpfige Jury setzte sich vor allem aus Nichtfriseuren zusammen. So waren Regina Hegewald vom Textilgeschäft in Crivitz dabei, die Schweriner Juwelierin Birgit Karsten, die Dekorateurin Gabi Schulz oder Dietmar Duckert von der Wella AG. Jeweils bis zu zehn Punkte gab es für die typengerechte Veränderung, den Haarschnitt, die Haarfarbe, das passende Make-up, die stärkste Veränderung und den modischen Gesamteindruck. Auch ob die Frisur jeden Tag zu tragen und zu stylen ist, spielte eine wichtige Rolle. Zwei Stunden dauerte es, bis alle 25 Vorschläge bewertet waren. Das Ergebnis allerdings war ziemlich eindeutig: Undine Schuhmacher.

Für das Sieger-Model war ein Wellness-Wochenende als Preis ausgesetzt. „Natürlich freue ich mich darüber“, sagt Undine Schuhmacher. „Aber das Wichtigste war, dass sich alles um mich drehte. Ich fühle mich jetzt selbst auch besser. Das Leben ist einfach schöner geworden.“

Eine positiven Nebeneffekt gab es auch: Die Frisur hatte nichts gekostet. Der Salon freut sich ebenfalls. Er hat eine Kundin gewonnen. „Früher bin ich nur zwei bis drei Mal im Jahr zum Friseur gegangen“, erzählt das Model. „Jetzt ist ein Schnitt alle sechs Wochen dran.“ Einen Preis für das Siegerteam wird es auch geben. Wie der Teampreis aussieht, verrät Steffen Clauß aber noch nicht. Es wird eine Überraschung im Dezember.

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