Einbrecher verwüsten Räume des MC Güstrow

von
18. März 2008, 08:16 Uhr

Güstrow - Verwüstet wurden in der Nacht zu gestern sämtliche Räume des MC Güstrow. Entwendet wurde nichts. Der Schaden beträgt 5000 Euro. Klubchef Dieter Tetzlaff entdeckte als Erster, was Vandalen vollbracht hatten: Alle Türen des Stadiongebäudes in der Plauer Chaussee sind aufgebrochen, der Birkenstrauß aus der Vase gerissen, volle Flaschen zerschlagen.

Im Büro von Geschäftsführer Torsten Jürn sind alle Schubladen herausgerissen, Pokale vom Regal geworfen und dort, wo Finanzchef Ottomar Blüher das Geld an die Fahrer auszahlt, steht nichts mehr an seinem Platz. An einem Traktor für den Bahndienst sieht man sofort die eingeschlagenen Scheiben. Die Tür zum Lager ist ebenfalls aufgebrochen. In die Box von Speedwayfahrer Thomas Koch sind die Diebe auch eingestiegen. An der Box von Christian Seliger, ebenfalls ein Fahrer, scheiterten sie.

Klubchef Dieter Tetzlaff: „Da verliert man den Mut“Dieter Tetzlaff: „Da müht man sich seit Jahren in der Freizeit und dann das. Wer macht so etwas und warum. Das ist sinnlose Zerstörungswut. Da kann man den Mut verlieren, weiter zu machen. Und wenn die Täter ermittelt werden, sind sie ruckzuck wieder auf freiem Fuß.“

Tetzlaff entdeckte das Malheur gestern Vormittag. Er schaut – nicht zum ersten Mal wurde beim MC eingebrochen – sehr oft nach dem Rechten. In diesen Tagen aber besonders, weil Sonnabend um 15 Uhr (Training ab 10 Uhr) ein Semifinale um die Team-Europameisterschaft der Junioren (U 19) im Speedwaystadion gestartet wird.

Teilnehmer sind Frankreich, Kroatien, Dänemark und Deutschland. „Wir wollten ab heute alles für dieses international sehr gut besetzte Rennen vorbereiten. Unsere Gäste gut empfangen. Jetzt müssen wir erst einmal aufräumen. Ob wir die zerschlagenen Türen noch ersetzen können, wissen wir nicht. Auch das Mauerwerk werden wir so schnell nicht instandsetzen können. Das Rennen wird natürlich stattfinden, aber unter erschwerten Bedingungen und mit hohem Aufwand.“

Obdachloser haust in Imbissbude im Stadion

Nach dem Einbruch entdeckten Klubverantwortliche, dass in einer Imbissbude im Stadion ein Obdachloser haust. Als Dieter Tetzlaff die Tür öffnete, bot sich ihm ein Chaos: leere Schnapsflaschen, Dreck, Zeitungen, eine Decke, eine Mülltonne, Reste eines Fahrrads. Erschütternd ein Zettel an der Tür, in sauberen Druckbuchstaben, sehr gut formuliert und ohne Fehler diese Zeilen: „Ich räume den Dreck morgen weg. Ich wollte nichts Böses. Nachts habe ich Sie sogar vor Graffitisprayern bewahrt. Ich habe nur einen Platz zum Schlafen gesucht. Ich hoffe, ich habe Ihnen nicht zu viele Umstände bereitet. Ich werde alles blitzblank machen und hoffe weiter, dass ich hier eine Unterkunft finde.“
Die Polizei will den Mann zu den Randalen im Stadion befragen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen