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Aus Luftballon eine Edel-Uhr gemacht : Ein Schüler tauscht sich reich

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Jakob Strehlow kann seinen Namen tanzen, wie fast alle Waldorfschüler. Doch der 18-Jährige kann weit mehr als das. Er kann sich auch "reich" tauschen. Aus einem Luftballon machte er in einem Jahr eine Edel-Uhr.

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erstellt am 07.Feb.2013 | 07:15 Uhr

Flensburg | Jakob Strehlow kann seinen Namen tanzen, wie fast alle Waldorfschüler. Doch der 18-Jährige aus der Nähe von Flensburg kann weit mehr als das. Er kann sich auch "reich" tauschen. Aus einem gebrauchten Luftballon - einem Cent-Artikel - machte er binnen einem Jahr eine nagelneue Edel-Uhr einer Hamburger Maßuhrenmanufaktur. Bei denen kostet schon der einfachste Zeitmesser 1800 Euro.

"Tauschen ist der älteste Handel auf der Welt", sagt Jakob."Mein Ziel ist, dass ich bewusst gegen etwas Höherwertiges tauschen will, und das immer weiter." Dieses "Tausch-dich-reich"-Projekt ist nicht nur die Abschlussarbeit für seinen Realschulabschluss. Der Gewinn soll letztendlich seinem örtlichen Sportverein zugutekommen. Seine Tauschangebote verbreitet er über eine eigene Internetseite. Zudem hat er schon Hunderte von Flyern in und um Flensburg verteilt.

Der "Grundstein" seiner Tauschgeschäfte war ein grüner Luftballon. "Den tauschte ich gegen eine Art Schweizer Taschenmesser mit integrierter Zange, Feile, Säge und Schraubenzieher. Beim zweiten Mal ging der 18-Jährige überlegter vor. Einen Brummkreisel von Biene Maja samt Teddyanzug hätte er kriegen können oder eine echte Fußgängerampel. "Das klang cool! Aber wer will denn so was haben?" Sein neues Tauschobjekt sollte für möglichst viele Menschen interessant sein. Also entschied sich Jakob für eine Video-Software im Wert von rund 70 Euro. Die tauschte er später gegen ein rotes Damenfahrrad, für das er eine elektrische Wasserpumpe bekam. Die gab er für einen Kombidämpfer wieder her. Das ist ein spezieller Umluftofen für Köche, der mit heißem Dampf die Speisen schnell und schonend gart.

Drei Monate dauerte es danach bis zum nächsten Tauschgeschäft. Im 600 Kilometer entfernten Dresden bekam er für seinen Koch-Automaten ein komplettes Tonstudio: Zwei Tische - "Die stammten aus den alten Rammstein-Proberäumen" - samt Mischpult, Mikrofonen, Kopfhörern sowie PC und zwei Flachbildmonitoren "und ganz viel Kleinkram wie Kabel, Tastatur und verschiedene Anschlüsse dazu". Das Tonstudio war heiß begehrt: 168 Angebote bekam Jakob. "Das ist eine ganze Menge, aber die Quantität siegte über die Qualität der Angebote." Neben einer Spielekonsole, einem elektrischen Kontrabass und einem alten Rasenmäher wurde auch ein defekter Radlader offeriert. Nach vier Monaten entschied sich der 18-Jährige schließlich für ein 16 Jahre altes Auto. "Mir war klar, ich würde mich damit runtertauschen", erklärt Jakob. "Aber es war so lange nichts passiert, und ich hatte die Hoffnung, dass dadurch neuer Wind in die Sache kommt."

Doch die Hoffnung trog. Obwohl er dem Wagen noch einen neuen TÜV spendierte, dauerte es diesmal sogar fünf Monate beziehungsweise 201 Angebote bis zum nächsten Deal. "Ich habe dann das erste Mal selber Unternehmen angeschrieben, ihnen mein Projekt vorgestellt. Nach mehr als 500 Mails klappte es endlich", berichtet Jakob. Eine Maßuhrenmanufaktur aus Hamburg (Fischer & Cie) willigte in das Tauschgeschäft ein. Als Abschluss für seine Prüfung reicht das. Doch Jakob will weitermachen. Er werde erst aufhören, wenn er ein Haus oder zumindest einen Kleinbus eingetauscht hat, um den Gewinn seinem Sportverein zu spenden, sagt er.

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