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13. Dezember 2017 | 21:55 Uhr

Ein Louvre für Rostock

vom

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erstellt am 25.Mai.2010 | 07:07 Uhr

Stadtmitte | Nur ein neuer Anstrich reicht für das historische Bauwerk in der August-Bebel-Straße 1 schon lange nicht mehr aus. Damit das Schifffahrtsmuseum zum Dreh- und Angelpunkt für Rostocker und Mecklenburgische Kultur und Geschichte wird, braucht es eine Grundsanierung und einen neuen Eingang. Außerdem wird das Kulturhistorische Museum in Einbindung des Museumsprojektes in dem noch maroden Gebäude einen zweiten Standort einrichten. Als Pilotprojekt wird es von der Europäischen Union in einer Öffentlich Privaten Partnerschaft (PPP) kofinanziert. Schätzungsweise zehn Millionen Euro wird der Umbau und die Zuwegung kosten.

Um ein passendes Konzept für die Ansprüche der Besucher und die musealen Anforderungen zu ermitteln, hat die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung einen Ideenwettbewerb ins Leben gerufen. Das wichtigste Kriterium war, die Fläche von 1000 Quadratmetern auf 3000 zu vergrößern. Acht Architektenbüros haben an dem Wettbewerb teilgenommen, von denen Sieben ein Ergebnis ablieferten. Zwei von ihnen bekamen einen zweiten Preis. Der erste Platz wurde nicht vergeben. "Von den zwei Besten hat sich ein Büro auf die Umgestaltung des Gebäudes konzentriert und das andere für die Zuwegung über den Rosengarten", sagt Kultursenatorin Dr. Liane Melzer (SPD).

Da der derzeitige Eingang an der viel befahrenen Straßenseite wenig anschaulich ist und bei größeren Besuchergruppen zu Gehwegsbehinderungen führt, hat sich der Architekt und Stadtplaner, Werner Peters vom Büro GPK Architekten mit seinen Kollegen einen futuristischen Eingang ausgedacht. "Im Rosengarten legen wir einen tiefer gelegten Platz an", sagt Peters. Dort können Skulpturen aufgestellt werden und Touristen den Ort zum Verweilen nutzen. Von dem Platz aus geht es für die Besucher durch einen monumentalen, verglasten Eingang in einen Tunnel, der mit dem historischen Gebäude direkt verbunden ist. "Die Unterführung kann mit Großausstellungen bestückt oder für große Veranstaltungen genutzt werden", sagt der Architekt.

Damit auch der direkte Zugang von der Bebel-Straße zum Haus möglich ist, haben Axel Dorner und Elmar König vom Architektenbüro DK die Zuwegung in ihren Plänen an die Westspitze verlegt. "Die Besucher müssen um die Ecke herumgehen, so dass keine Gehwegsbehinderungen mehr entstehen können", sagt Dorner. Im Gebäude wird es neben klassischen Sammlungsräumen eine Bildergalerie an der Westwand geben, ein TV-Studio, Konferenzräume, einen Shop sowie Museumspädagogik und Werkstätten im Untergeschoss. Ein hängendes Modell der Hansestadt im Lichthof begleitet die Besucher neben der historischen Treppe hinauf. "Als Höhepunkt wird es im obersten Geschoss ein Restaurant mit Panoramablick über die Innenstadt geben", sagt Dorner. Bis zur baulichen Umsetzung heißt es nun, Investoren zu gewinnen. "Und wir müssen sehen, wie viel die Bürgerschaft bereit ist, an Mitteln bereitzustellen", sagt Melzer, die eine Neueröffnung zum Stadtjubiläum 2018 für möglich hält. Um eine kulturelle Verbindung zum Erststandort des Historischen Museums im Kloster zum Heiligen Kreuz zu schaffen, kann sich Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) den Bau eines Theaters im Rosengarten vorstellen. "Außerdem könnte in Kombination ein Museum im Stadthafen entstehen", sagt er.

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