Ein „Leuchtturm“ für Reutershagen

Modern, Energie sparend und ansprechend – so soll die Mathias-Thesen-Schule in zwei Jahren darstehen. 7,7 Millionen Euro investieren Bund, Land und Kommune in den Umbau des alten Gebäudes.

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21. Juli 2008, 07:37 Uhr

Rostock - Fast 50 Jahre hat sie nun schon auf dem Buckel, die einstige Mathias-Thesen-Schule in der gleichnamigen Straße am nordwestlichen Rand von Reutershagen. Wie viele andere Bauten jener Zeit ist es kein Schmuckstück mehr. Nun soll das stark verbesserungsbedürftige Gebäudeensemble eine Wandlung vom Aschenputtel zur schönen Prinzessin erfahren: Die Zweigstelle des Reutershäger Gymnasiums ist eines von lediglich drei „Leuchtturm“-Projekten in ganz Deutschland.

Fertigstellung 2010 geplant
Mit ihnen soll demonstriert werden, wie Bausanierung mit ganzheitlichen Planungsansätzen und neuen ernergietechnischen Lösungen zu einer beispielhaften Schulsanierung führen können. Herauskommen soll eine „Plus-Energie-Schule“. Für dieses Modellvorhaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hatte sich die Hansestadt im vergangenen Jahr beworben, sagt Senatorin Ida Schillen auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Mitte Juni seien die letzten Fördermittelbescheide eingegangen.

Die Kosten in Höhe von rund 7,7 Millionen Euro übernehmen Bund und Land 5,3 Millionen. Der kommunale Anteil von zirka 2,4 Millionen Euro ist anteilig in die Haushalte bis 2010 eingearbeitet worden.

Seit eineinhalb Jahren sind Fachleute der Hochschule Wismar und der Rostocker Universität mit dem Vorhaben befasst. „In erster Linie geht es uns um verbesserte Lernbedingungen für die Schüler, die viele Stunden in der Schule verbringen“, sagt der für die Architektur verantwortliche Prof. Martin Wollensak.

Lehrer reden mit
Durch Um- und Anbauten sollen freundliche und offene Räume mit viel Licht, Luft, Sonne und Natur entstehen. Der Zugang zu den Gebäuden wird künftig über einen zentralen Bereich, den so genannten Marktplatz, erfolgen. Die Planer sehen weitere Klassenräume für die neue Grundschule und die Förderung hochbegabter Schüler, Lehrerzimmer sowie Pausen- und eine neue Turnhalle vor. Schulleitung und das Kollegium reden beim Zuschnitt der Gebäude mit – schließlich kennen sie die Abläufe in ihrem Hause am besten.

Die Baumaßnahmen ordnen sich dem Ziel unter, die Energiebilanz deutlich zu verbessern. So wird beispielsweise der südlichen Hauptfront ein witterungsgeschützter, aber ungeheizter Bereich vorgelagert, der alle Möglichkeiten der Sonnenenergienutzung bietet und quasi als Zwischenklimazone wirkt. Außenwände verkleiden Arbeiter teilweise mit einer optisch interessanten Hülle aus Plastikfolie, die sehr lichtdurchlässig ist und selbstreinigend funktioniert.

Mehr Energie gewinnen als verbrauchen
Die Gebäudegliederung wird nach Meinung der Fachleute ebenso positiven Einfluss auf die Energiebilanz haben wie die Nutzung von Solarthermie und Windkraft. Der über eine Photovoltaikanlage gewonnene und nicht an Ort und Stelle genutzte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Unterm Strich verspricht das Konzept mehr gewonnene Energie, als für Heizung, Warmwasser und Licht benötigt wird. In den kommenden drei Jahrzehnten rechnen die Experten mit einer Einsparung von etwa 1,5 Millionen Euro. Zudem soll die energetische Sanierung unmittelbar zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes beitragen. Die ersten Baumaschinen werden voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres anrollen. Die Verantwortlichen rechnen mit der Fertigstellung bis Ende 2010.

Lärm stört Unterricht
Da die Arbeiten überwiegend bei Unterrichtsbetrieb verlaufen müssen, stören Lärm und Schmutz zeitweilig den Unterricht. „Aber um die Sicherheit ihrer Kinder brauchen sich Eltern nicht zu sorgen“, sagt Schulamtsleiterin Brigitte Grüner.

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