Ein Jahr Dauerstau steht bevor - Vorpommernbrücke wird 2010 saniert

Die Vorpommernbrücke  ist sanierungsbedürftig. Tief- und Hafenbauamtsleiter Heiko Tiburtius zeigt auf Stellen, durch die sich Tausalze gefressen haben. Georg Scharnweber
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Die Vorpommernbrücke ist sanierungsbedürftig. Tief- und Hafenbauamtsleiter Heiko Tiburtius zeigt auf Stellen, durch die sich Tausalze gefressen haben. Georg Scharnweber

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27. Mai 2008, 07:44 Uhr

Rostock - Bis zu 50 000 Fahrzeuge brettern täglich über die Vorpommernbrücke – und viele lassen sich vom Tempolimit 30 stadteinwärts nicht beeindrucken. In Spitzenstunden düsen so je Richtung 2000 Kfz über das Nadelöhr: Pendler, Laster, Tieflader, Müllwagen. Eine Sperrung der Brücke wäre der Super-Gau für die Stadt. Ein Szenario, das nicht unwahrscheinlich ist.

Denn schon 2006 stellte nach einer Hauptuntersuchung Brückeningenieur Manfred Wünsch Sicherheitsrisiken fest: Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit seien erheblich beeinträchtigt, heißt es im Abschlussbericht. Die Widerlager verrotten, Träger rosten, der Beton bröckelt. Wasser hat sich allenthalben im Innern gesammelt. Von den aggressiven Tausalzen zeugen Stalaktiten am Rand der Brücke.

Dazu hat die Baufirma 1985, als die Brücke hochgezogen wurde, nicht gerade den besten Beton angemischt und die beste Arbeit abgeliefert. Fazit des Prüfers: „Die Schadensbeseitigung ist kurzfristig erforderlich.“ Andernfalls muss die Verkehrsaufsicht irgendwann in den nächsten Jahren die Straße sperren.

2010 soll die Vorpommernbrücke deshalb grundlegend saniert werden. Kostenpunkt zwei Millionen Euro, die die Stadt zu 100 Prozent aus eigener Tasche berappen muss. Ein Neubau wie zum Beispiel bei der Hundertmännerbrücke vor wenigen Jahren ist kein Thema. „Das würde uns 20 bis 30 Millionen Euro kosten“, rechnet Tief- und Hafenbauamtsleiter Heiko Tiburtius vor.

Dafür aber möglicherweise ein noch nie da gewesenes Verkehrschaos verhindern. Denn schon jetzt zerbrechen sich die Planer in der Stadtverwaltung den Kopf darüber, wie der Mega-Stau abzumildern wäre. Denn zwischen Anfang März und Mitte Oktober werden jeweils zwei der vier Spuren für die Baustelle gesperrt. „Es wird erhebliche Verkehrseinschränkungen im Stadtgebiet geben“, kündigt Tiburtius ohne Umschweife an.

Den ursprünglichen Plan, die Bauarbeiten auf zwei Jahre zu verlegen, hätte zwar für Autofahrer weniger Stress bedeutet, dafür aber verteilt auf zwei Saisons. Auch aus Kostengründen habe man davon Abstand genommen, heißt es aus dem Tiefbauamt.

Deshalb wird noch Ende des Jahres der Verbindungsweg und die Kreuzung auf der Rövershäger Chaussee fit für Automassen gemacht, die im großen Bogen 2010 die Baustelle Vorpommernbrücke über die Tessiner Straße umfahren sollen. Auch die Betreiber des Warnowtunnels könnten sich freuen. Tiburtius: „Autofahrer, die nicht im Stau stecken bleiben wollen, müssen Umwege in Kauf nehmen.“

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