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Das Rock-Open-Air-Festival in Jamel : Ein Förster rockt gegen Rechts

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Mit einem Rockkonzert gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus haben die Veranstalter in den letzten Jahren Erfolg gehabt. Auch in diesem Jahr findet "Jamel rockt den Förster" statt.

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2011 | 11:47 Uhr

Mit einem Rockkonzert gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus haben Birgit und Horst Lohmeyer in den vergangenen Jahren Erfolg gehabt. Auch in diesem Jahr findet wieder das Festival "Jamel rockt den Förster" statt - bereits zum fünften Mal - und es soll ein deutlisches Zeichen gegen den Rechtsextremismus sein.

Doch mittlerweile steht das Ehepaar Lohmeyer in der kleinen Gemeinde Jamel ganz allein da. Mehr als die Hälfte der Dorfbewohner seien, So das Duo, ausländerfeindlich. Doch auch andere ziehen sich von den Lohmeyers zurück. Gerade das scheint die beiden anzutreiben. "Unsere Bekanntheit gibt uns Schutz. Ich denke, je mehr über uns gesprochen wird, desto weniger angreifbar sind wir", sagt Birgit Hölscher-Lohmeyer, die in diesem Jahr bei der Veranstaltungsreihe "Kunst offen" ebenfalls ein klares Zeichen gegen Rechts setzte: Zusammen mit Künstlern aus der Region pflanzte sie im Dorf zwei Eichen und vergrub zwei Steine mit der Aufschrift "Mut" und "Würde" (wir berichteten).

Auch das Festival, das vom 5. bis zum 7. August in Jamel stattfinden wird, soll zeigen, dass die Gemeinde ein Ort sein kann, vor dem niemand Angst haben muss. Sie wollen sich eindeutig gegen Rechts positionieren - mit Hilfe zahlreicher Unterstützer. "Die aktuellen Vorfälle in Norwegen führen uns eigentlich genau dahin, warum wir das Festival ,Jamel rockt den Förster veranstalten. Es geht uns nicht um drei Tage Spaß und gute Laune, sondern es geht uns auch immer wieder darum, zu mahnen und zu warnen, was von rechtsextremer Seite für uns und unsere Gesellschaft für Gefahren lauern", sagt Birgit Hölscher-Lohmeyer. Dafür stehen auch die ganz unterschiedlichen Bands ein. Mittlerweile melden sich Musiker aus ganz Deutschland, um einmal auf der Bühne bei diesem Festival stehen zu können.

Jeweils vier Bands werden am Freitag und auch am Sonnabend auftreten. Das Genre ist dabei gemischt: Von Rock über Heavy Metal bis hin zu mittelalterlichen Klängen mit ein bisschen Metal wird die Besucher erwarten. "Das Festival ist keine kommerzielle Geschichte, es ist ein politisches Konzert. Deshalb sind an diesen drei Tagen auch keine Rechtsextremen erwünscht", sagt Hölscher-Lohmeyer. Die Sicherheitsfirma werde am Eingang darauf achten, dass niemand zu dem Konzert kommt, der diese Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit boykottieren will. Das Festival startet am Freitag, 5. August, bereits um 16 Uhr, zwei Stunden später wird die erste Band die Bühne erobern. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Erwin Sellering übernommen. "Er hatte zu mir gesagt, dass er es versuchen werde, vorbei zu schauen", sagt die Veranstalterin.

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