Ein anrüchiges Problem: Vor-Ort-Termin zum Thema „Schafskötel“ brachte Kompromiss

Ortstermin auf dem Deich. Bernd Heinsohn (2. von rechts) aus Deibow im Landkreis Ludwigslust ist jetzt das siebente Jahr mit seinen rund 700 Schafen auf dem Prignitzer Elbdeich unterwegs.  Foto: Birgit Hamann
Ortstermin auf dem Deich. Bernd Heinsohn (2. von rechts) aus Deibow im Landkreis Ludwigslust ist jetzt das siebente Jahr mit seinen rund 700 Schafen auf dem Prignitzer Elbdeich unterwegs. Foto: Birgit Hamann

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10. April 2008, 07:23 Uhr

Gnevsdorf - Rühstädter, Abbendorfer, Bälower und Gnevsdorfer bemerkten in de zurückliegenden Tagen den Beginn der diesjährigen Weidesaison sehr deutlich: an der Menge der Schafskötel auf der Deichkrone. Rühstädtes Gemeindevertreter thematisierten die Sache auf ihrer jüngsten Sitzung. Zwischenzeitlich machten auch Anrufer in der Redaktion ihrem Herzen Luft.

Der für diesen Abschnitt zuständige Schäfer Bernd Heinsohn räumte jetzt in einem Vor-Ort-Termin „Anlaufschwierigkeiten“ ein. Die zugekoteten rund 300 Meter zwischen Rühstädt und Gnevsdorf seien ein „Ausrutscher“ gewesen, ergänzte Lysann Jacob vom Landesumweltamt. Sie machte in der Runde, an der Vertreter der Amtsverwaltung, der Gemeinde, des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) sowie der Polizei teilnahmen, allerdings auch deutlich, dass der Deich nach wie vor in erster Linie eine Hochwasserschutzanlage ist. Die Krone werde lediglich als Radweg mitgenutzt.

Ob die Hinterlassenschaften der Schafe die Radler tatsächlich stören, darüber gingen die Meinungen auseinander. Bei einer groß angelegten Befragung auf dem Elberadweg spiele das Problem keine Rolle, so Lysann Jacob – die Reaktionen, die beispielsweise in der Wilsnacker Tourist-Info ankämen, sähen jedoch anders aus, meinte eine Vertreterin des Ordnungsamtes.

Wie auch immer: Die kleinen Anrainergemeinden hätten eine Menge Geld in die Asphaltierung der Deichkrone und somit in die Qualität des beliebtesten deutschen Radweges gesteckt. Es müsse ein Kompromiss gefunden werden, brachte es Verwaltungsvertreter Gerald Neu auf den Punkt. Man fand ihn: Um die Querhütung über die Deichkrone hinweg, die die Verschmutzungen verursacht, weitgehend zu vermeiden, soll Schäfer Heinsohn dreimal im Jahr die Wasserseite hüten und nur einmal, möglichst im Frühling vor Saisonstart, die Luftseite des Deiches. Um die Mahd dieser Seite kümmert sich dann zusätzlich der Wasser- und Bodenverband.

In sehr trockenen Sommern soll es Ausnahmeregelungen geben. Die Details werden zwischen Schäfer, WBV und Landesumweltamt ausgehandelt. Die Variante, die Deichkrone bzw. den asphaltierten Deichverteidigungsweg maschinell reinigen zu lassen – wie im Bereich Wittenberge – falle für diesen Abschnitt des Elberadweges aus, merkte Rühstädts Bürgermeister Jürgen Herper an.

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