Ein 2:2 wäre verdient gewesen

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04. Februar 2008, 05:50 Uhr

ROSTOCK - Jammerschade! Viel fehlte gestern nicht, und der FC Hansa hätte den großen Bayern zum Rückrundenauftakt der Saison 2007/08 einen Punkt abgenommen. Doch es blieb in der ausverkauften DKB-Arena beim 1:2. Den Anschluss erzielte Enrico Kern (52.).

Während bei den Gästen das neu verpflichtete brasilianische Abwehr-Star-Talent Breno diesmal noch nicht im Kader war, gab es bei den Gastgebern einen „Neuling“: Gledson bestritt sein erstes Spiel in der 1. Fußball-Bundesliga.

Die Hanseaten starteten im Vergleich zum Pokal-Aus in Hoffenheim drei Tage zuvor auf drei Positionen verändert. Nicht unbedingt erwartet werden konnte, dass Tim Sebastian zunächst auf der Bank Platz nehmen würde. Für ihn agierte Hansa-Rückkehrer Gledson gemeinsam mit seinem brasilianischen Landsmann Orestes in der Innenverteidigung. Cetkovic wurde auf der linken Flanke von Rahn abgelöst. An der Seite von Agali stürmte Kern – der in Hoffenheim im defensiven Mittelfeld anfing – an Stelle von Hähnge. Für Letzteren rückte Yelen in die Anfangs-Elf.

Ein diesmal besonders beeindruckendes blau-weißes Fahnenmeer wogte auf den Tribünen, als beide Mannschaften aufliefen: Ein direkt übertragender Fernsehsender hatte Tausende von Sitzen in der DKB-Arena mit Hansa-Fähnchen – einschließlich Aufdruck der Paarung und des Datums – bestückt. Welch tolles und dazu noch kostenloses Souvenir für die Zuschauer auf der West-, Nord- und Südttribüne, in dem Bereich, den die TV-Kamera abdeckte, bzw. im Gäste-Fanblock, nur dass die Flaggen dort in Rot und Weiß gehalten waren

Rostock offenbarte Mut zur Offensive, auch wenn sich ganz vorn an sich nur Agali aufhielt. Doch dahinter waren inklusive Kern gleich fünf Mann aus dem Mittelfeld bereit, bei sich bietender Gelegenheit den Nigerianer überfallartig zu unterstützen, in einer Art 1-4-Formation mit Rathgeb als „Schlussmann“.

Die cleveren Bayern jedoch machten gleich mit ihrem ersten halbwegs gefährlichen Angriff das 1:0. Dabei wurde die Rostocker Hintermannschaft gehörig auseinandergenommen. Nur drei Minuten später war Kloses fehlender Egoismus Hansas Glück, denn da hätte schon das 2:0 für die Gäste fallen müssen (14.).Dann sah Agali nach Foul an van Bommel seine fünfte gelbe Karte. Damit ist er in einer Woche in Nürnberg gesperrt (20.).

Die nächste Aufregung gab es kurz darauf, als auf einmal Yelen im Bayern-Strafraum zu Boden ging, und das keineswegs von ungefähr: Er hatte im Zweikampf die Hand von Lucio ins Gesicht bekommen (22.). Schiedsrichter Meyer hatte es entweder nicht registriert oder als nicht ahndungswürdig eingestuft.

Die Weiß-Blauen hielten ordentlich mit, hatten angenehme Szenen, waren um frischen Fußball bemüht. Was fehlte, war das Zwingende. Dazu gesellten sich defensive Unzulänglichkeiten, und so kam der Tabellenführer noch vor der Pause gar zu einfach zum 2:0.

Doch das war noch nicht die Entscheidung. Kaum waren an einem der Flutlichter für ein paar Minuten einige Lampen ausgefallen, gelang Rostock mit einem Ping-Pong-Tor der Anschluss (52.), und es ergaben sich weitere Chancen, darunter eine sehr gute für Bartels (59.).

Es war jetzt eine nicht nur ausgeglichene Begegnung geworden, nein, die Gastgeber gaben den Ton an! Sehr erfreulich, wie Hansa aufdrehte, auf den Ausgleich drängte, dem Mega-Favoriten überlegen war! 29 500 Fans im ausverkauften Stadion erlebten ein phasenweise regelrechtes Berennen des Bayern-Strafraums.

In der 83. Minute brachte Trainer Pagelsdorf mit Cetkovic und Dorn zwei ausgeruhte Offensive, in der 87. mit Hähnge auch noch den dritten: Alles für das 2:2! Doch es wollte leider nicht mehr fallen.

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