Eichenhof-Hotelier Uwe Witt aus Heiddorf musste jetzt Insolvenz anmelden

Das Hotel „Eichenhof“ in Heiddorf steht leer. Foto: Thorsten Meier
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Das Hotel „Eichenhof“ in Heiddorf steht leer. Foto: Thorsten Meier

Sicherlich sehr bitter muss es für den Hotelier wider Willen Uwe Witt gewesen sein, als er kürzlich hinter sich endgültig die Tür ins Schloss ziehen musste. Denn der Unternehmer, der eigentlich den „Eichenhof“ im Ort zu neuer Blüte führen wollte, musste jetzt Insolvenz anmelden.

svz.de von
24. Oktober 2008, 04:47 Uhr

Heiddorf - „Da die Versicherung den Brandschaden bisher nicht bezahlt hat, musste Uwe Witt schweren Herzens Insolvenz anmelden“, verkündet Volker Zickendraht, dessen Makler und Bevollmächtigter, gegenüber dem Ludwigsluster Tageblatt. Dann wird Zickendraht deutlicher: „Der Mann hatte doch in Heiddorf nie ’ne echte Chance. Man hat ihn bei all seinen Plänen behindert, wo es nur ging.“

Vor zwei Jahren kaufte Uwe Witt das Hotel und wollte eigentlich eine Wohnstätte für Essgestörte mit Prader-Willi-Syndrom, einer seltenen genetischen Erkrankung, daraus machen.

Doch kaum befand sich das Gebäude im Besitz des Unternehmers, verabschiedete die Gemeindevertretung eine zweijährige Veränderungssperre. Nichts durfte in diesem Zeitraum am Betrieb des Hauses geändert werden. Das wiederum machte Witt zum Hotelier wider Willen.

Als sogar im April dieses Jahres die Gäste weg blieben, rief Witt in seiner Verzweiflung die Kochprofis von RTL II und bat um Rat. Nach einer hoffnungsvollen Küchenparty, das Hotel war bis auf den letzten Platz ausgebucht, keimte so etwas wie Hoffnung bei Birgitt und Uwe Witt auf.

Doch umsonst: Ein Brand des Dachstuhls im Mai, dessen Ursache bis heute noch nicht geklärt ist, brach den beiden Geschäftsleuten offensichtlich nun finanziell das Genick. Derzeit steht das Hotel wieder zum Verkauf, Uwe Witt hat sich aus krankheitsbedingten Gründen zurückgezogen.

„Das Haupthaus mit Rezeption, Küche, Zimmern und Gaststuben ist voll intakt und nutzbar. Ebenso wie Sauna und Schwimmbad. Lediglich der Dachstuhl im mittleren Bereich müsste neu gemacht werden, dort wo sich Seminarräume und einige andere Zimmer befinden“, erklärt Makler Zickendraht.

Dass das Hotel jetzt leer steht, bedauert Bürgermeister Burkhard Thees. „Ich bin wirklich gespannt, wie das zu Ende geht. Wir als Gemeinde würden es begrüßen, wenn das Haus als gastronomisches Kulturzentrum für den Karneval und andere Feiern bestehen bleibt. Deshalb haben wir auch bereits das Gespräch mit dem Insolvenzverwalter gesucht.“

Dass die Gemeinde Neu Kaliß Uwe Witt mit der Veränderungssperre bei seinen Plänen behindert haben soll, bestreitet Thees vehement. „Herr Witt hat bereits vor Ersteigerung der Immobilie gewusst, dass wir den Ortskern in seiner jetzigen Form mit dieser zweijährigen Sperrfrist bewahren wollen. Denn gegenüber dem Hotel soll alsbald schon ein neuer Supermarkt gebaut werden. Dass er sich bis zum Oberverwaltungsgericht geklagt hat und letztendlich gegen uns als Kommune unterlag, hätte also nicht sein brauchen.“

Die Gemeinde und der Karnevalsverein mit seinen 250 Mitgliedern hätten, so der Dorfoberer weiter, überdies darum gekämpft, weiterhin im Saal des „Eichenhofes“ als traditionelle Stätte die närrische Saison zu feiern. „Doch es hat nicht geklappt. Nun sind wir in die Turnhalle umgezogen und werden dort die Fünfte Jahreszeit eröffnen und feiern.“

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