Ehemalige Boizenburger Elbe - Werft erwacht zu neuem Leben

Fachsimpelei zwischen Fertigungsleiter Werner Fischer und Vertretern der Firmenspitze der Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH, Karsten Steininger und Arndt Lohner.
1 von 2
Fachsimpelei zwischen Fertigungsleiter Werner Fischer und Vertretern der Firmenspitze der Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH, Karsten Steininger und Arndt Lohner.

von
17. März 2008, 07:53 Uhr

Boizenburg - Totgesagte leben länger, heißt es. Die ehemalige Elbewerft liefert den Beweis. Mit der Schließung des Betriebes im Dezember 1998 schien ihr endgültiges Ende besiegelt. Ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Bremerhaven schafft, was wohl niemand mehr ernsthaft für möglich hielt.

Neues Leben für alte Tradition

Die Heinrich-Rönner-Firmengruppe holt die Schiffbauer nach Boizenburg zurück. Nach dem schmerzhaften Aus auf Raten haben diese hier kleinere Brötchen gebacken, nun freuen sie sich über die Wiederbelebung eines Schiffbaustandortes mit 200-jähriger Tradition. Es herrscht wieder Schiffbaualltag auf dem Werftgelände. Der Anblick fliegender Funken vom Schweißen oder Brennen lässt die Augen von Werner Fischer leuchten.

In den letzten Monaten ging die Post ab

Werner Fischer arbeitet als Fertigungsleiter auf der Werft, in der in letzten neun Monaten so richtig die Post abging. Thorsten Rönner kann sich noch gut an die ersten Stunden des Neuanfangs erinnern. Er ist der Geschäftsführer der Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH (BVT) der inzwischen die Kernwerft gehört. Es begann mit dem Aufräumen, das war eine Heidenarbeit. Dann ging es in die Vollen.

Demnächst Stapelläufe in Boizenburg?
Eine siebenstellige Summe wurde investiert, der große Kran auf Vordermann gebracht, jetzt ist die außer Dienst gestellte Hellinganlage an der Reihe. Das Unternehmen, das bereits die ursprünglich ins Auge gefassten 40 Mitarbeiter im Zwei-Schicht-Rhythmus beschäftigt und jetzt auch Kaufinteresse für die einstige Rohrbauhalle bekundet, spricht wieder über Stapelläufe in Boizenburg.

Im August kommt der Arbeitsponton

Der erste ist für August geplant. Da soll ein Arbeitsponton hier zu Wasser gelassen werden. Thorsten Rönner hat den unterschriebenen Auftrag für die rund 60 mal 18 Meter große und 1150 Tonnen schwere Plattform eines Baggers in der Tasche. Die Hamburger Firma Möbius will diesen in den Binnengewässern einsetzen. Weitere Aufträge sind in Sicht. Dafür wird die Seitenstapellaufanlage umfangreich hergerichtet. Die Arbeiten erfolgen u.a. an der Hydraulik und an der Holzauflage.

Zukunft als Zulieferer

Der Geschäftsführer der BVT, Thorsten Rönner, sieht die Zukunft des Boizenburger Standortes vor allem als Zulieferer für andere deutschen Werften oder Binnenschiffereien, wie etwa SET in Tangermünde, wo Fahrgastschiffe gebaut werden. SET gehört übrigens zur Rönner-Firmengruppe, die in Boizenburg noch auf der Suche nach ausgebildeten Schiffbauern und Schweißern ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen