Durstige Superfast-Ferries: Tallink bestätigt Probleme mit ihrer Finnland-Linie

svz.de von
17. April 2008, 09:02 Uhr

Rostock - Spekulationen von einem Verkauf der drei im März 2006 für 310 Millionen Euro von der griechischen Attica-Gruppe gekauften Superfast-Ostseefähren machen im Hafen seit längerem die Runde. Inzwischen bestätigen Insider, dass die Fähren auf dem Markt angeboten werden, was auch die Unternehmenssprecherin aus Tallinn nicht dementiert. Im gestern Nachmittag vorgelegten Quartalsbericht von Tallink wird mitgeteilt, dass der Dienst Deutschland-Finnland das Gesamtergebnis schmälert und hier fast die Hälfte der Treibstoffkosten der Gruppe anfallen. Der Schiffsbetrieb soll deshalb optimiert werden.

Die drei Fähren verbinden Rostock mit Helsinki und Tallinn durch tägliche Abfahrten außer montags. Der Wettbewerb wurde stärker. Scandlines hat im vergangenen Jahr den Finnland-Frachtdienst wiederbelebt und ab Januar mit größerer Tonnage ausgebaut. Starke Konkurrenz brachten Tallink die neuen Ro-Pax-Fähren von Finnlines, die zwischen Travemünde und Helsinki verkehren. Offensichtlich haben sie ein besseres Fracht-Passage-Verhältnis und fahren energieökonomischer.

Manch Ärger mit Superfast-Fähren scheint bei Tallink aber auch hausgemacht. So kritisieren Passagiere in Helsinki bereits um 6 Uhr von Bord geschickt worden zu seien, obwohl das Schiff erst 8.30 Uhr weiter nach Tallinn fährt. Sollte Tallink ihre Superfast-Fähren verkaufen könnte die Verbindung für Passagiere von Rostock nach Finnland und Estland wegbrechen. Frachtfähren würden nur Truckern Platz bieten.

Sollte Tallink ganz den Dienst aufgeben, verliert Rostock einen der drei hier agierenden Fährreeder, die von hier sechs Fährlinien für Fracht und Passage betreiben. 2007 nutzten 2,4 Millionen Passagiere den Fährhafen Rostock. Die umgeschlagene Ladung belief sich auf 15,1 Millionen Tonnen.

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