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Frank Förster fasst keine Silvesterknaller mehr an : Durch Böller Auge verloren

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Man sollte in der Silvesternacht ein paar Grundregeln nicht außer acht lassen. Der Gastwirt Frank Förster aus Picher im Landkreis Ludwigslust hatte beim Anzünden eines Böllers das Augenlicht auf einem Auge verloren.

svz.de von
erstellt am 30.Dez.2011 | 09:35 Uhr

Wenn das alte Jahr in der Silvesternacht mit Leuchtraketen und viel Knallerei verabschiedet wird, herrscht überall ausgelassene Stimmung. Doch ein paar Grundregeln sollten dennoch nicht außer Acht gelassen werden, sagt Prof. Dr. Frank Wilhelm, der Chefarzt der Schweriner Augenklinik. Vor allem für die Augen bestehe große Gefahr.

Wie real diese ist und welch gravierende Konsequenzen ein solcher Unfall nach sich ziehen kann, davon berichtet Frank Förster. Der Gastwirt aus Picher im Landkreis Ludwigslust hatte beim Anzünden einer Böller-Batterie in der Silvesternacht das Augenlicht auf seinem rechten Auge verloren. "Und ich hatte noch Glück", sagt Förster. "Es hätte noch schlimmer kommen können. So kann ich wenigstens noch mit einem Auge sehen und dank der Kunst der Ärzte ist mein Gesicht nicht entstellt."

Förster fasst seither kein Feuerwerk mehr an und warnt auch Freunde und Bekannte. "So etwas kann immer passieren. Ich war durchaus vorsichtig und habe auch kein Billigprodukt verwendet, dennoch ist der Knaller beim Anzünden explodiert", erzählt er.

Seither hat er Probleme mit dem räumlichen Sehen, kann nur mit großer Vorsicht Auto fahren. "Das ist aber nur eines der Folgeprobleme, die der Verlust der Sehkraft auf einem Auge mit sich bringt", sagt Prof. Dr. Wilhelm. So gäbe es zahlreiche Berufe, die dann nicht mehr ausgeführt werden könnten, beispielsweise jene, bei denen Tätigkeiten mit Bohren und Drehen zum Arbeitsalltag gehören. Auch Berufskraftfahrer dürften nach so einem Unfall nicht mehr ihren Job ausüben.

Dass sich Vorsicht auszahlt, belegen die Unfallzahlen der Schweriner Augenklinik der vergangenen Jahre. "Ich glaube, dass auch die Warnungen in der SVZ dazu beigetragen haben, dass die Anzahl schwerer Unfälle durch Silvesterknallerei in den vergangenen Jahren in Schwerin deutlich zurückgegangen ist", erklärt der Chefarzt. "Wir appellieren deshalb an alle Bürger, vorsichtig und verantwortungsbewusst mit Raketen und Silvesterknallern um zugehen", sagt Prof. Dr. Wilhelm. Insbesondere sollte kein Feuerwerk unter Einfluss von Alkohol gezündet werden. "Wer Böller zünden möchte, dem empfehle ich, möglichst eine Schutzbrille zu tragen", sagt Prof. Wilhelm. Denn ein paar Minuten können Auswirkungen auf ein ganzes Leben haben. Und falls dennoch etwas passiert: den Rettungs wagen rufen, kühlen, aber keine Salben benutzen und nicht auf das ver letzte Auge drücken", betont der Chefarzt. Er würde ohnehin empfehlen, sich dem Beispiel von Frank Förster anzuschließen, und ganz auf die Silvesterknallerei zu verzichten und stattdessen das Geld zu spenden, beispielsweise für den Ausbau der Augenklinik in Foumban in Kamerun, für das sich sich Augenärzte aus MV ehrenamtlich engagieren.

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