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Umfrage des BKK-Landesverbandes Nordwest : Dreiviertel Stunde im Wartezimmer

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Vier Monate Warten auf einen Termin beim Hautarzt, ein halbes Jahr beim Augenarzt und noch länger auf einen Termin beim Psychotherapeuten. Im Durchschnitt warten die Patienten in MV 32 Tage auf einen Arzttermin.

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erstellt am 26.Jan.2011 | 08:22 Uhr

Schwerin | Vier Monate Warten auf einen Termin für eine Magnetresonanztherapie (MRT) oder beim Hautarzt, ein halbes Jahr beim Augenarzt oder Orthopäden und noch länger auf einen Termin beim Psychotherapeuten - das sind Einzelfälle, von denen Leser berichten. Doch sie decken sich mit den Erfahrungen der Krankenkassen im Land, bei denen immer wieder diesbezügliche Klagen von Versicherten eingehen.

Der BKK-Landesverband Nordwest konstatierte im Ergebnis einer Umfrage, dass Patienten in Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt 32 Tage auf einen Arzttermin warten und dann noch einmal 43 Minuten im Wartezimmer sitzen, bevor der Arzt Zeit für sie hat. Nur in Brandenburg sind die Wartezeiten noch geringfügig länger, im Bundesdurchschnitt dagegen warten Patienten "nur" 19,7 Tage auf einen Termin und 28 Minuten im Wartezimmer. Diese Werte stammen allerdings bereits aus dem Jahr 2008. Im Laufe dieses Jahres soll in einer Folgebefragung ermittelt werden, ob es Veränderungen gegeben hat, so BKK-Nordwest-Pressesprecher Thomas Fritsch. Einen positiven Trend in Sachen Wartezeiten konstatiert die Techniker Krankenkasse (TK). "Einer repräsentativen Studie zur Patientenzufriedenheit zufolge, die das Wissenschaftliche Institut für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen der TK durchgeführt hat, ist immerhin jeder zweite Befragten im Nordosten sehr zufrieden mit der Wartezeit auf einen Arzttermin", so die Sprecherin der Kasse im Land, Heike Schmedemann. Allerdings schränkt sie auch ein: "Gut zwölf Prozent unserer Versicherten sind in dieser Hinsicht unzufrieden." Die Kasse versucht dem bereits seit eineinhalb Jahren mit einem eigenen Terminservice entgegenzuwirken. "Versicherte, die auf eigene Faust keinen akzeptablen Termin bekommen oder die gar nicht wissen, wo es in ihrer Nähe einen Spezialisten für ihr Leiden gibt, können sich an unsere eigens geschaltete Hotline wenden. Die Mitarbeiter dort schalten sich dann ein und vermitteln, so Heike Schmedemann.

Ähnlich hält es auch die DAK im Nordosten, so deren Sprecher Gerd Reinartz. In den Servicecentern in MV gäbe es allerdings derzeit monatlich "nur eine Handvoll" Beschwerden über lange Wartezeiten vor allem auf Termine beim Orthopäden, Augenarzt oder Psychotherapeuten bzw. Psychologen. Patienten mit akuten Beschwerden würde der Termindienst der Kasse dann zu helfen versuchen. "Oft müssen die Betroffenen aber längere Anfahrtswege in Kauf nehmen", so Reinartz.

Auch die AOK will im zweiten Quartal 2011 ein ähnliches Projekt auflegen. "Es basiert auf guten Erfahrungen der AOK Berlin/Brandenburg, mit der wir zum Jahresbeginn fusioniert sind", berichtet AOK-Nordost-Sprecher Markus Juhls. "Dort können sich bereits seit längerem Versicherte an eine Hotline wenden, denen der vom Arzt angebotene Termin zu weit weg ist." Mehr als 2000 Kunden hätten diesen Service im vergangenen Jahr in Berlin und Brandenburg bereits genutzt.

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