Dreister Holzdiebstahl

Von diesem und einem weiteren Stapel im so genannten Stegenholz bei Loiz wurden Holzstämme entwendet. Dieser Holzstapel, Forstleute sprechen von einem Polter,  liegt direkt an der viel befahrenen Bundesstraße 104. Ein dritter betroffener  Stapel, von dem ebenfalls Stämme  verschwanden, steht an der Bahnstrecke zwischen Schlowe und Klein Pritz. Foto: Sabine Uhlig (2)
Von diesem und einem weiteren Stapel im so genannten Stegenholz bei Loiz wurden Holzstämme entwendet. Dieser Holzstapel, Forstleute sprechen von einem Polter, liegt direkt an der viel befahrenen Bundesstraße 104. Ein dritter betroffener Stapel, von dem ebenfalls Stämme verschwanden, steht an der Bahnstrecke zwischen Schlowe und Klein Pritz. Foto: Sabine Uhlig (2)

Ein dreister Holzdiebstahl wurde am Dienstag beim Sternberger Polizeirevier angezeigt. Vom Eigentümer werden 170 Raummeter Buchenholz vermisst. Das sind mehr als vier Lkw- Ladungen. Für den Eigentümer aus Undeloh ist dies der bisher größte Holzdiebstahl in Mecklenburg-Vorpommern.

von
19. November 2008, 08:05 Uhr

Sternberg | Die Hermansson Holz GmbH aus dem niedersächsischen Undeloh hatte beim Forstamt Sandhof im Amtsbereich Sternberger Seenlandschaft im Februat 2008 Buchenholz als Industrieholz gekauft und dieses seither in Längen von drei Metern im Wald an mehreren Stellen gestapelt und gelagert. Als Eigentümer Dan Hermansson dieser Tage mit einem Kunden vorbeischaute, traute er seinen Augen nicht: die mächtigen Holzstapel im Wald waren sichtbar kleiner geworden. Nur noch an wenigen Stellen konnte er seine gekaufte Stapelhöhe von 3,20 Meter ausmachen, gab er zu Protokoll. Das bedeutet nach seiner Rechnung: 170 Raummeter Buchenholz sind spurlos verschwunden.

Ein Raummeter wiegt etwa 600 bis 700 Kilogramm. Damit wird die gesamte Masse des vermutlichen Diebesgutes auf bis zu 120 Tonnen geschätzt. Der Sachschaden beträgt für das Unternehmen etwa 5 500 Euro.

Wie Dan Hermansson, ein gebürtiger Schwede, auf SVZ-Anfrage berichtete, ist dies für ihn der bisher größte Holzdiebstahl in Mecklenburg-Vorpommern. "Dieses Holz wurde gut organisiert und zielgerichtet gestohlen und man braucht dazu einen richtigen Kranwagen, denn die einzelnen Stämme sind schwer. Ich denke mal, dass man hier mindestens 4,5 Lkw-Ladungen abgefahren hat", meinte der geprellte Eigentümer. Und die Diebe haben an drei verschiedenen Holzstapeln zugeschlagen. Jeweils die oberen Holzschichten wurden entwendet, der Stapel schrumpfte so zusammen.

Hinweise aus Bevölkerung werden erbetenHolzdiebstähle hätten in jüngster Zeit bei ihm deutlich zugenommen, so Unternehmer Dan Hermansson, der im gesamten norddeutschen Raum mit Holz handelt. Allerdings betrafen diese diese Diebstähle in Mecklenburg-Vorpommern bisher vorwiegend kleinere Mengen.

Noch geben er und auch die Polizei die Hoffnung nicht auf, dass Tipps aus der Bevölkerung kommen, die zum Täter führen. Hinweise nimmt das Polizeirevier Sternberg unter der Telefonnummer 03847/43270 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Der Diebstahl ereignete sich im Forstamt Sandhof. Hier leitet Hans-Werner Witt die Holzvermarktung. "Wir verkaufen alljährlich rund 30 000 Festmeter Holz, zwei Drittel davon sind Kiefernholz. Das Holz geht in der Mehrheit an 20 mittlere und größere Kunden, die zwischen 100 und 10 000 Festmeter ordern, berichtete der Forstfachmann. Insgesamt rund 3 000 Festmeter Holz der verschiedensten Sorten liefert das Forstamt an bis zu 400 Kleinkunden, die dies vor allem als Brennholz nutzen. "Diebstähle kommen bei uns und in auch in den anderen Forstämtern vereinzelt vor. Der größte zurückliegende Fall ereignete sich bei uns vor zwei Jahren, als zwei ganze Fuhren Langholz gestohlen wurden", berichtete Hans-Werner Witt. Im aktuellen Fall möchte er aber neben dem Diebstahl auch ein irrtümliches Aufladen durch einen anderen Eigentümer nicht ganz ausschließen, obwohl die einzelnen Stapel mit Ziffern genau gekennzeichnet sind. Zumindest auf dem Lagerplatz am Stegenholz bei Loiz lagerten aber noch fünf weitere Firmen ihr Holz, darunter zwei oder drei mit dem gleichen oder sehr ähnlichen Sortiment, d. h. Buchenholz.

Wald ist kein sicherer HolzlagerplatzDer für die vom Diebstahl betroffenen Stapel zuständige Revierförster Roland Rünger merkt an, dass die Holzkunden durch lange Liegezeiten ihrer Ware im Wald auch ein hohes Risiko eingehen. Er appelliert an die Eigentümer, das Frischholz nach Kauf und Bereitstellung nicht länger als ein viertel Jahr im Wald zu belassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen