Dreijährigen aus Eifersucht verbrüht - Haftbefehl gegen 19-Jährige

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31. März 2008, 12:32 Uhr

Waren/Neubrandenburg - In Mecklenburg-Vorpommern ist ein neuer Fall von schwerer Kindesmisshandlung bekannt geworden. Eine 19-jährige Frau aus dem Müritzkreis soll laut Staatsanwaltschaft aus Eifersucht den dreijährigen Sohn ihres Freundes derart misshandelt haben, dass das Kind mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Spezialklinik gebracht werden musste. Gegen die Frau wurde Haftbefehl wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und der Misshandlung von Schutzbefohlenen erlassen, teilte die Behörde in Neubrandenburg am Montag mit. Das Amtsgericht Waren habe bereits am Donnerstag den Haftbefehl erlassen. Die Frau soll das Kind Ende Februar mehrfach mit dem Kopf auf den Boden gestoßen und wenige Tage später absichtlich verbrüht haben. Sie habe den Vorfall Anfang März zunächst als Unfall dargestellt, später aber die Taten „im Wesentlichen gestanden“.

„Der Zustand des Kindes ist wegen der Verbrühungen nach wie vor kritisch“ sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler der dpa. Die junge Frau lebte mit einem eigenen sechs Monate alten Baby bei ihrem 27 Jahre alten Freund in einem Dorf bei Waren. Dieser hat bereits mit einer anderen Frau, von der er sich getrennt hatte, zwei Kinder. Der jetzt misshandelte Dreijährige und seine fünf Jahre alte Schwester sollen zur Tatzeit beim Vater zur Betreuung gewesen sein. Gegen den 27-Jährigen und seine erste Frau laufe in dem Zusammenhang auch ein Ermittlungsverfahren, hieß es. Die Kinder würden vom Jugendamt betreut.

Die Misshandlungen fielen laut Zeisler zuerst Spezialisten einer Klinik für Brandverletzungen auf, in die der Junge Anfang März eingeliefert worden war. „Die Lage der Verbrühungen ließen einen Unfall sehr unwahrscheinlich erscheinen“, sagte Zeisler. Als danach auch die Kopfverletzungen auffielen, habe man die Frau mit dem Vorwürfen konfrontiert.

Die 19-Jährige habe eingeräumt, den Jungen Ende Februar mehrfach mit dem Kopf auf den Fußboden gestoßen zu haben. Wenige Tage später habe sie den Jungen absichtlich in eine mit heißem Wasser gefüllte Badewanne gesetzt und das Ganze später als Unfall dargestellt. Der Vater soll zu der Zeit geschlafen haben. Die 19-Jährige habe als Motiv Eifersucht gegenüber dem Dreijährigen und Überforderung bei der Betreuung der Kinder des Freundes sowie ihrer eigenen Tochter angegeben. Die Ermittlungen sind laut Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen.

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