Drei Ortsämter bald dicht

Gerade hat sich Marita Radtke (55) ihren neuen Warnow-Pass vom Ortsamt in der Warnowallee 30 geholt. „Wenn das Amt zu macht, müsste ich noch weiter fahren, in die Innenstadt oder nach Warnemünde. Das ist mir zu weit“, sagt die Evershägerin. Das Ortsamt 3 könnte den Sparplänen  zum Opfer fallen. Foto: Ove Arscholl
Gerade hat sich Marita Radtke (55) ihren neuen Warnow-Pass vom Ortsamt in der Warnowallee 30 geholt. „Wenn das Amt zu macht, müsste ich noch weiter fahren, in die Innenstadt oder nach Warnemünde. Das ist mir zu weit“, sagt die Evershägerin. Das Ortsamt 3 könnte den Sparplänen zum Opfer fallen. Foto: Ove Arscholl

Drei der acht Rostocker Ortsämter stehen vor der Schließung. Das plant Finanzsenator Georg Scholze. Personalkosten und Miete sollen dadurch gespart werden. Welches Ortsamt es trifft, ist derzeit noch offen.

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16. Juli 2008, 11:01 Uhr

Rostock - Im vergangenen Jahr standen Rostocks Ortsämter noch vor einem rigorosen Kahlschlag. Aus den acht Filialen im gesamten Stadtgebiet sollte ein einziges Bürgeramt in der Südstadt werden. Doch die Sparpläne seines Finanzsenators gingen Oberbürgermeister Roland Methling zu weit, er gab die Devise aus: Mindestens drei Ortsämter bleiben – jeweils eins im Nordosten und Nordwesten, eins in der Stadtmitte.

Ein Jahr später ist nach viel Aufregung und Protest aus dem Ortsämter-Kahlschlag ein maßvoller Kompromiss geworden. Aber immerhin: Finanzsenator Georg Scholze will drei der acht Bürgerbüros in der Stadt schließen lassen. Elf Mitarbeiter werden versetzt, teure Mieten eingespart. Für den Bürger soll sich nichts ändern – abgesehen von längeren Wegen. „Ich denke, fünf Ortsämter werden das gesamte Stadtgebiet gut abdecken“, sagt der Finanzsenator.

Weniger Angebotim Nordwesten
Welchem Ortsamt die Schließung droht, ist derzeit noch offen. Jürgen-Leo Leopold aus dem Bürgerbüro in der Goerdelerstraße hofft auf Antworten. Ende Juni ist ein Termin aller Ortsamtsleiter und Ortsbeiratsvorsitzender beim Senator einberaumt, an dem auch Stephanie Hameister teilnehmen wird. „Es ist noch völlig offen, wo geschlossen wird“, sagt die Ortsamtsleiterin aus der Stadtmitte. Eine Analyse gab es noch nicht. Allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass im Nordwesten zusammengelegt wird. Dort liegen drei Standorte, während jenseits der Warnow ein Ortsamt für Dierkow, Toitenwinkel und Umgebung zuständig ist. Die Immobilie in in der Lütten Kleiner Warnowallee, die auch das Ortsamt beherbergt, will die Stadt leerziehen. Das steht fest. Auch im Süden Rostocks sind Veränderungen wahrscheinlich. Der Mietvertrag zwischen Stadt und der Deutschen Immobilien AG für den Neuen Markt 3, in der sich unter anderem das Ortsamt für Stadtmitte, KTV und Brinckmansdorf befindet, läuft 2009 aus. Am Charles-Darwin-Ring in der Südstadt stehen Räume leer.

Ortsbeiräte stehen nicht in Frage
Rund drei Millionen Euro kosten der Stadt die acht Ortsämter bisher. Mit dem Haushaltssicherungskonzept hat die Bürgerschaft im Vorjahr beschlossen, dass 2009 etwa 250 000 Euro, im drauffolgenden Jahr eine halbe Million eingespart wird. Durch den Wegfall des städtischen Zuschusses zu den Semestergebühren für Studenten ab Sommer 2006 ist allerdings der Etat Bürgerangelegenheiten bereits mit 480 000 Euro entlastet. Im Herbst wird die Bürgerschaft konkret über die Schließung der Ortsämter zu entscheiden haben. Die 19 Ortsbeiräte bleiben unangetastet.

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