Drei Leichen von Neugeborenen in Tiefkühltruhe entdeckt

Kriminalhauptkommisar Herbert Fingerhut (Mitte), Polizeidirektor Diethard Jungermann (rechts) und Kriminalhauptkommisar Martin Feldmann von der Polizei Olpe geben am Montag in Olpe eine Pressekonferenz. Eine 44 Jahre alte Frau aus Wenden im Sauerland soll in den 80er Jahren drei neugeborene Kinder getötet und in einer Tiefkühltruhe eingefroren haben. Die Frau sei vernommen worden. Sie habe «in Bruchstücken» über die Tat gesprochen und eingeräumt, die Kinder «abgelegt» zu haben, sagte ein Sprecher der Mordkommission Hagen. Foto: dpa
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Kriminalhauptkommisar Herbert Fingerhut (Mitte), Polizeidirektor Diethard Jungermann (rechts) und Kriminalhauptkommisar Martin Feldmann von der Polizei Olpe geben am Montag in Olpe eine Pressekonferenz. Eine 44 Jahre alte Frau aus Wenden im Sauerland soll in den 80er Jahren drei neugeborene Kinder getötet und in einer Tiefkühltruhe eingefroren haben. Die Frau sei vernommen worden. Sie habe «in Bruchstücken» über die Tat gesprochen und eingeräumt, die Kinder «abgelegt» zu haben, sagte ein Sprecher der Mordkommission Hagen. Foto: dpa

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05. Mai 2008, 05:04 Uhr

In Nordrhein-Westfalen sind die Leichen von drei Neugeborenen in einer Tiefkühltruhe entdeckt worden. Die Polizei in Wenden (Kreis Olpe) fand die tiefgefrorenen Säuglinge am Sonntag im Keller eines Einfamilienhauses, nachdem die Kinder der Bewohner darauf aufmerksam machten. Das Gebäude wird von einer fünfköpfigen Familie bewohnt.

Wie ein Sprecher des Kreisjugendamts Olpe mitteilte, war die Familie bei der Behörde nicht bekannt. Ob den drei Kindern des Ehepaars geholfen werden muss, werde in den kommenden Tagen entschieden. Dem Polizeisprecher zufolge handele es bei den Bewohnern des Hauses um „eine normale, unauffällige Familie“.

Die Mutter hat nach Angaben der Polizei eingeräumt, dass sie die Kinder in die Tiefkühltruhe gelegt habe. Die Familie stehe unter erheblichem Druck. Die Polizei leiste psychologische Hilfe. Eine Tat hat sich im Dezember 1988 ereignet, wie die Polizei vermutet. Am Tatort sei eine Tageszeitung vom Dezember 1988 entdeckt worden.

Die Kinderleichen lagen in Tüten in Handtücher eingewickelt am Boden der Tiefkühltruhe. Die Tüten befanden sich unter Lebensmitteln, die meist schon seit Jahren abgelaufen waren. Die Kinder fanden sie, als sie sich in Abwesenheit der Eltern eine Pizza aus der Truhe holen wollten. „Die Frau ist unter Schock. Sie hat bei ihrer Aussage geschluchzt und gezittert“, sagt der Chef der Mordkommission, Herbert Fingerhut. Sie wird ärztlich behandelt. Bei der Polizei sagte sie, es seien ihre Neugeborenen gewesen.

Ein Haftbefehl wegen Totschlags gegen die Mutter werde beantragt, sagte Fingerhut. Für einen Mord lägen die nötigen Merkmale nicht vor. Die Kinder haben die Babyleichen bereits am Samstagnachmittag entdeckt. Sie hätten einen Tag gewartet, bis die Eltern aus einem Kurzurlaub im Schwarzwald zurückkamen. Dann sei die 24 Jahre alte Tochter mit den Eltern am Sonntagabend gemeinsam zur Polizei gegangen, hieß in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag.

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