Drei Elfmeter lassen Energie träumen

von
24. September 2008, 12:20 Uhr

Cottbus - Mit gleich drei Elfmeter-Toren hat sich Energie Cottbus zwölf Jahre nach dem Sensations-Durchmarsch wieder in ein DFB-Pokal-Achtelfinale geschossen. Das Bundesliga-Schlusslicht kämpfte am Dienstag in der zweiten Runde des nationalen Cup-Wettbewerbes mit tatkräftiger Unterstützung des Kontrahenten die Borussia aus Mönchengladbach mit 3:0 (1:0) nieder - und darf nun nochmals von einem Wunder wie in der Saison 1996/97 träumen. Damals waren die Lausitzer als Drittligist erst im Finale am VfB Stuttgart gescheitert.

Mit drei äußerst ungeschickt verursachten Elfmetern setzten sich die Gäste praktisch selbst k.o.: Der Bulgare Dimitar Rangelow (42. Minute) und der Albaner Ervin Skela (73., 89.) ließen sich die Einladung vom Strafstoß-Punkt nicht entgehen. „Am Ende zählt alles. Wir haben viele Sachen sehr gut gemacht“, kommentierte Energie-Trainer Bojan Pransnikar das ungewöhnliche Pokalspiel. „Das war Drittliga-Niveau“, schimpfte Gladbachs Kapitän Oliver Neuville über das katastrophale Defensiv-Verhalten seiner Abwehr. Tobias Levels, Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Torwart Christofer Heimeroth wirkten im eigenen Strafraum in den entscheidenden Zweikämpfen wie Anfänger.

Vor nur 9805 Zuschauern im Cottbuser Stadion der Freundschaft war beiden Bundesliga-Kellerkinder das mangelnde Selbstbewusstsein nach dem schwachen Meisterschafts-Start in vielen Szenen anzusehen. Die Borussia, in der Liga auswärts noch ohne jeden Punktgewinn, zog sich weit in die eigene Hälfte zurück und hoffte auf Konterchancen durch Marko Marin und Oliver Neuville. Doch bis auf zwei zaghafte Schuss-Versuche der beiden Nationalspieler brachte der dreifache DFB-Pokalsieger (1960, 1973 und 1995) so gut wie nichts zustande. Energie bestimmte die Partie, obwohl auch das Spiel der Cottbuser durch Fehlpässe und Ballverluste immer wieder ins Stocken kam.

Energie-Trainer Bojan Prasnikar hatte im Vergleich zum jüngsten 1:1 in der Liga auf drei Positionen seine Startelf verändert, auch Kollege Jos Luhukay brachte nach dem 0:1 gegen Hertha drei neue Kräfte. Einer der neuen Cottbuser war dann auch an der Führung maßgeblich beteiligt. Nach Pass von Ervin Skela, der trotz einer Leisten-Blessur spielen konnte, stoppte Gladbachs Tobias Levels mit einem dummen Foul Ivica Iliev. Ranglow ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht nehmen.

Nach der Pause mussten die Gäste ihr Defensiv-Konzept aufgeben - und die Partie gewann an Fahrt und Spannung. Elfmeter-„Vorbereiter“ Iliev zielte aus 13 Metern genau auf Torhüter Heimeroth. Auf der Gegenseite köpfte Sascha Rösler für die insgesamt vor allem in der Offensive viel zu harmlosen Gäste über das Energie-Tor. Den K.o. versetzten sich die Gladbacher dann selbst: Jan-Ingwer Callsen-Bracker verlor erst den Ball an Rangelow und verursachte dann ungeschickt auch noch einen weiteren Elfmeter, den Skela sicher verwandelte. Und als Heimeroth nochmals den durchgebrochenen Rangelow foulte, ließ der Albaner sein zweites Tor folgen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen