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Dreesch-Bad fällt im Bauausschuss durch

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Schwerin | Die Vorlage der Stadtverwaltung für einen Schwimmhallen-Neubau auf dem Großen Dreesch hat einen weiteren Dämpfer erhalten. Nachdem bei einer Umfrage unserer Zeitung nur 10,7 Prozent der insgesamt 1642 Teilnehmer für diese Variante votiert hatten, fiel das Papier jetzt auch im städtischen Bauausschuss durch. Nur die Linke stimmte dem Projekt zu, die anderen Fraktionen lehnten ab.

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) hält dennoch an dem Ersatzneubau auf dem Großen Dreesch fest und möchte über diesen bereits auf der Sitzung der Stadtvertreter am 20. September abstimmen lassen. "Wir haben eine pragmatische und realisierbare Vorlage und werden nicht aufgeben", so Gramkow. Wie geplant, werde sie die von ihr favorisierte Lösung auch in allen übrigen kommunalen Fachausschüssen zur Abstimmung stellen und sie in den Ortsbeiräten und Fraktionen diskutieren. Dennoch sei sie dankbar für die SVZ-Umfrage, da sie ein Spiegelbild der Meinung vieler Schweriner erbracht habe. Bei dem Votum hatten sich 32,8 Prozent für eine neue Halle am Sportpark Lam brechtsgrund, 31,5 Prozent für einen Ersatzneubau in Lankow sowie 19 Prozent für die Sanierung beider bestehender Standorte ausgesprochen.

Doch bei den von der Oberbürgermeisterin angestrebten Diskussionen in den politischen Gremien dürfte Angelika Gramkow weiter unter Druck geraten. Denn aus einem SVZ jetzt vorliegenden Schreiben des Bauministeriums geht hervor, dass die Kommunalverwaltung beim Land trotz der kontroversen Debatte längst Städtebaufördermittel für den Dreesch-Neubau beantragt hat - und diese auch bereits bewilligt wurden. Die Verwaltung habe dem Bauministerium mitgeteilt, dass sich die Stadt Schwerin "nach Diskussion" für den Standort Großer Dreesch entschieden habe, heißt es in dem Dokument. Weiter wird dort mitgeteilt, dass die zugesagte Förderung für 2010 nur dann außerhalb des Dreesches verwendet werden dürfe, wenn sich erweise, dass der Hallen-Neubau dort nicht möglich sei. Darauf gäbe es derzeit aber keine Hinweise.

Silvio Horn, Fraktionschef der Unabhängigen Bürger, ist entsetzt und spricht von einem gefährlichen Alleingang der OB: "Ohne Beteiligung der Stadtvertretung erklärt die Oberbürgermeisterin gegenüber dem Land einfach, dass eine neue Halle auf dem Dreesch gebaut werden soll und riskiert damit die Ausreichung von dringend benötigten Fördermöglichkeiten." Für ihre Erklärungen habe Gramkow weder einen politischen Auftrag, noch eine Handlunsgvollmacht gehabt. Nachdem die Verwaltungsvorlage vom Bauausschuss abgelehnt worden sei, müsse nun eine Krisensitzung einberufen werden. Denn, so Horn: "Sonst steht das ganze Projekt vor dem Scheitern."

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erstellt am 04.Sep.2010 | 02:23 Uhr

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