Dramatische fünf Minuten auf Krakower See - Beherzte Menschen retteten Familie aus dem Wasser

Die Retter vom Borgwall: Anneli Merkert, Jens und Laura Feddersen und Karsten Kosziow (von links). Foto: Eckhard Rosentreter
Die Retter vom Borgwall: Anneli Merkert, Jens und Laura Feddersen und Karsten Kosziow (von links). Foto: Eckhard Rosentreter

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21. Oktober 2008, 06:49 Uhr

Krakow am See - Sehr nüchtern vermeldete die Polizei gestern, was nach einem Leserhinweis von Dramatik gezeichnet war: Drei Urlauber aus dem Vogtland, darunter ein zweijähriger Junge, waren mit ihrem Kanu auf dem Krakower See gekentert. Bis zum Borgwall-Ufer vielleicht 200 Meter.

Dort saßen Laura und Jens Feddersen, Urlauber aus Husum, auf der Terrasse ihres Ferienhauses, hörten die Hilfeschreie. „Ich habe zuerst die Polizei angerufen, bin dabei zum nächsten Bootssteg gerannt“, berichtet Laura Feddersen (25).

Dort mühte sich schon Karsten Kosziow (47), den Außenbordmotor eines kleinen Ruderbootes anzuwerfen. „Bei Anneli Merkert half ich gerade im Garten. Als ich auch die Hilferufe hörte, bin ich ins Haus gerannt und habe ihr die Schlüssel zum Bootsschuppen aus der Hand gerissen“, erzählt der Charlottenthaler. „Er hat mir noch zugerufen, ich solle Decken zusammensuchen, damit die Leute sich wärmen können, wenn sie aus dem Wasser sind“, fügt Anneli Merkert an.

Was dann ablief, müssten vielleicht nur fünf Minuten gewesen sein, meint Laura Feddersen, doch „es kam mir vor wie eine Ewigkeit“. Auch, weil der Motor nicht gleich anspringen wollte. Mit ihrem Mann Jens sprang sie kurzentschlossen einfach mit ins Boot zu Karsten Kosziow. „Man denkt da an nichts weiter“, sagt der 28-jährige Husumer. „Das war ein Glück“, erzählt der, „denn drei Leute waren schon wichtig. Es war ja schwer, die Balance zu halten, während wir die drei aus dem Wasser zogen.“

Als erstes das Kind, das die Mutter ihnen schon entgegen streckte – zum Glück war der Junge mit Schwimmweste ausgerüstet. Wohlbehalten, wenn auch stark unterkühlt, wurden die Unglücksraben ans Ufer gebracht. Zahlreiche Menschen, berichten die Retter, schauten dabei von anderen Stegen nur zu

Die verunglückten Eltern ließen ihr Kind sofort ärztlich untersuchen – Entwarnung! Am Abend kamen sie zu den Rettern ins Ferienhaus, bedankten sich für die Tat mit Präsenten. Der kleine Junge plantschte da schon wieder vergnügt am Wasser.

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