Drachen-Weltelite kreuzt erstmals vor Boltenhagen

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09. Juli 2010, 08:24 Uhr

Boltenhagen | Die weltbesten Drachen-Segler kreuzen erstmals auf dem Ostseerevier vor Boltenhagen. Beim 5. Dragon Grand Prix Germany kämpfen von morgen bis zum kommenden Mittwoch 192 Segler aus elf Nationen um die Punkte für die Weltrangliste der Drachenklasse. Titelverteidiger und Europameister Markus Wieser und Kieler-Woche-Sieger Jewgeni Braslawets (Ukraine) werden ebenso als große Favoriten auf den Sieg gehandelt wie der Weltranglistenerste 2009, Anatoli Loginow aus Russland.

Aus Deutschland rechnet sich im Feld der 65 Boote die Crew von Ex-Weltmeister Tommy Müller (Norddeutscher Regatta-Verein) mit Vincent Hoesch und Michael Lipp gute Chancen aus. Unter den Teilnehmern befinden sich nach Angaben der Veranstalter 30 Medaillengewinner von Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften.

Die Grand-Prix-Serie gehört neben zwei Rennen in Frankreich zu den drei hochrangigsten Drachenregatten weltweit. 2011 soll an gleicher Stelle die Europameisterschaft stattfinden, für 2012 ist erneut ein Grand Prix geplant.

Auftakt der Veranstaltung wird heute um 15 Uhr das insgesamt zweistündige so genannte "Childhood Race" zu Gunsten der World Childhood Foundation sein. Zahlreiche Firmen unterstützen die Idee "Segelsport der Spitzenklasse für Kinder in Not". Bis zum heutigen Zeitpunkt konnten bereits 946 000 Euro für die von Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden gegründete Stiftung generiert werden. Die schwedische Königin ist seit der Drachen-WM 2005 in Neustadt/Holstein Schirmherrin. Die Drachenklasse als Charity Partner der Childhood Foundation hofft, in diesem Jahr in Boltenhagen die 1 000 000-Euro-Grenze "zu knacken".

Von 1948 bis 1972 war der Drachen olympische Bootsklasse, 1960 vor Neapel gewann Kronprinz Konstantin von Griechenland, der heutige Exil-König, die Goldmedaille, 1964 der Segelmacher und Gründer des North-Konzerns Lowell North die Bronzemedaille. Auf diese Zeit gründet sich unter anderem der Ruf der Drachenklasse als der "Königsklasse" der modernen Segelei.

Aber auch deutsche Segler waren im Drachen sehr erfolgreich. So waren über Jahre Rostocker Segler ganz weit vorne bei den olympischen Regatten. Peter Ahrendt gewann 1964 in Tokio zusammen mit Wilfried Lorenz und Ulrich Mense mit ihrer "Mutafo" Silber. Vier Jahre darauf saßen auf dem gleichnamigen Boot die bronzenen Paul Borowski, Karl-Heinz Thun und Konrad Weichert. Und zum olympischen Abschluss der Drachen 1972 vor Kiel gewann die Borowski-Crew in identischer Besetzung Silber.

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