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19. August 2017 | 13:28 Uhr

Dosen statt Fische am Haken

vom

Sternberg | Im strömenden Regen zogen am Vormittag Behinderte aus den Sternberger Werkstätten auf dem Gelände vom Verein Luckower See auf den Steg und packten ihre Angelruten aus. "Einige sind passionierte Angler", berichtete Sozialarbeiterin Kerstin Schneppmüller. Mit zwei Bussen waren über 80 Frauen und Männer angereist zum alljährlichen Angeln mit den Sternberger Petrijüngern. "Die Beschäftigten freuen sich lange darauf", so die Sozialarbeiterin. "Es macht unseren Leuten sehr viel Spaß."

Doch nach wenigen Minuten war gestern der Spaß vorbei. Die Verantwortlichen aus der Behindertenwerkstatt und vom Anglerverein entschieden gemeinsam, die Veranstaltung am See abzubrechen. "Die Sicherheit war nicht gewährleistet", so Angler-Vereinsvorsitzender Udo Miller. Der Steg war durch den Regen glatt. Die Betreuer fürchteten, dass jemand ins Wasser stürzt und möglicherweise durchnässt anschließend krank wird. "Uns tun die Behinderten leid, die ihre Rute ins Wasser werfen wollten", so Udo Miller. Im 16. Jahr des Behindertenangelns sei die Veranstaltung erstmals ins Wasser gefallen.

Statt auf dem Vereinsgelände am Luckower See verbrachten Petrijünger und Behinderte den gestrigen lange vereinbarten Angeltag auf dem Gelände der Werkstätten im Gewebegebiet Rachower Moor. Hier konnte dann zumindest ein Trockenangeln starten. Dieter Rechner hatte eine Angel statt mit einem Haken mit einem Magneten präpariert. Damit konnten geschickte Angler einen Gummifisch oder eine Dose aus einem Eimer fischen. Als Belohnung für die Erfolgreichen gab es ein Bonbon oder eine Zigarette.

Dieter Rechner ist jedes Jahr bei der Veranstaltung mit den Behinderten dabei. Sein Sohn habe früher in der Werkstatt gearbeitet und die Angler gefragt, ob sie nicht etwas für die Behinderten machen können, erinnert er sich.

"Wenn wir unsere Mitglieder ansprechen, die zeitlich in der Lage sind, habe ich noch nie erlebt, dass einer nein sagt", so Udo Miller. 15 Mitglieder seines Vereins hatten das gestrige Behindertenangeln vorbereitet.

Es sei löblich, wenn so viele ehrenamtliche Helfer das unterstützen, meinte gestern einer der Gäste der Veranstaltung in Sternberg: Axel Pipping, Geschäftsführer vom Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern. Das sei nicht mehr so selbstverständlich. Bei den Anglern in Sternberg passiere auf jeder Ebene etwas. Das stehe und falle oft mit dem Engagement weniger. Den Vorstand unter Leitung von Udo Miller bezeichnete Pipping als sehr rührig.

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erstellt am 12.Aug.2010 | 05:11 Uhr

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