Gemeinde Gorlosen kämpfte gegen baufällige Ruine : Dorfobere genervt von Schandflecken

In Gorlosen gilt das marode Haus seit Jahren als Schandfleck.
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In Gorlosen gilt das marode Haus seit Jahren als Schandfleck.

Jedes Mal, wenn Bürgermeister Böttcher durch seinen Beritt fährt, bekommt er besonders in der Ortsmitte von Gorlosen einen dicken Hals. Denn dort steht schon seit Jahren eine Ruine.

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17. November 2010, 11:43 Uhr

Etwa um 1920 erbaut, beherbergte das dreistöckige Gebäude einst eine Mühle. Auch zu DDR-Zeiten wurde der Backsteinbau als solche genutzt. Ein verwitterter Schriftzug "LPG Ernst Thälmann Boek" legt davon Zeugnis ab. 1990 verkaufte die Tierproduktion das Haus, das anschließend mehrmals den Besitzer wechselte. Sogar ein Atelier sollte die Hinterlassenschaft schon mal werden.

"Ich weiß nur, dass die alte Mühle nun einer jungen Frau gehören soll. Vor drei Jahren sind wir erstmals mit der neuen Eigentümerin in Kontakt getreten. Selbst den Landkreis haben wir eingeschaltet, doch alles ohne Erfolg", berichtet der Dorfobere. Aus Sicherheitsgründen habe die Gemeinde bereits die Schütte am Eingang des Gebäudes abgebaut. Trotzdem spielen Kinder und Jugendliche in den baufälligen Mauern und bewegen sich auf höchst gefährlichem Terrain.

"Die untere Etage ist schon einbruchgefährdet. Wer da durchmarschiert, rauscht gleich bis in den Keller durch. Gar nicht auszumalen, was da alles passieren kann. Ich warte eigentlich täglich darauf, dass dieser Schandfleck zusammenfällt", sagt der 55-Jährige weiter, der seit 1994 die kommunalen Zügel in ehrenamtlicher Hand hält. Dass die Gemeinde Gorlosen, zu der die Ortsteile Boek, Dadow, Strassen und Grittel gehören, sich bereits neu gewandelt habe, stehe im krassen Widerspruch zu den weniger schönen Ecken in der 540-Seelen-Gemeinde. So sei nicht nur die Straße modernisiert worden. Auch Buswarte und Gehweg seien im Rahmen der Flurneuordnung übers Amt in Wittenburg neu gestaltet worden.

"Gorlosen ist wirklich schöner geworden, da passt so ein schäbiges Gemäuer nun wirklich nicht mehr her. Doch wir als Gemeinde haben einfach keine Handhabe", beklagt Böttcher und winkt resigniert ab. Denn am Ortseingang aus Richtung Kastorf drückt ein weiteres Sorgenkind. "Hier lagern seit über acht Jahren hunderte von Reifen. Wir haben schon mehrmals auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Doch geändert hat sich an dem leidigen Zustand bisher nichts."

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