Doppelter Abiturjahrgang - Freiwilliges Soziales Jahr gefragt

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27. August 2008, 01:09 Uhr

Wegen des doppelten Abiturjahrgangs ist in diesem Jahr die Nachfrage nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in Mecklenburg-Vorpommern bei einigen Organisationen größer als üblich. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa in Schwerin. So gingen beim Paritätischen Wohlfahrtsverband 30 Bewerbungen mehr ein als im vergangenen Jahr, wie Jutta Plötz vom zuständigen Referat mitteilte. „Zwei Drittel der rund 270 Bewerber sind Abiturienten. Besonders in den vergangenen Wochen haben sich noch viele beworben, weil sie befürchten, nicht sofort einen Studienplatz zu bekommen.“

Damit seien alle 45 Stellen in den Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen oder Behindertenwerkstädten zum Beginn des FSJ am 1. September besetzt worden, sagte Plötz weiter. Auch die Sportjugend MV vergab in diesem Jahr 45 Stellen - fast doppelt so viele wie im Vorjahr. „Wir hatten die Stellen mit Blick auf den doppelten Abiturjahrgang um etwa 20 aufgestockt und mussten dennoch vielen eine Absage erteilen“, sagte FSJ-Verantwortliche Katherina Jürß.

Ähnlich sieht es bei der Diakonie Mecklenburg aus. „Die Bewerbungszahlen sind bei uns um 20 Prozent gestiegen. Wir hatten 300 Bewerbungen auf 90 Plätze“, sagte Mitarbeiterin Kirsten Balzer. Besonders auffällig sei es in diesem Jahr gewesen, dass sich die Jugendlichen sowohl bei mehreren der zehn FSJ-Trägern im Land als auch an Universitäten oder Ausbildungsbetrieben beworben hätten. „Wegen des doppelten Abiturjahrgangs hatten viele wohl Angst, gar nichts abzubekommen und haben sich deswegen doppelt und dreifach beworben“, erklärte Balzer den Andrang.

„Die Jugendlichen fahren in diesem Jahr mehrgleisig, was ja auch sinnvoll ist“, bestätigte auch Jeanette Kröger vom Landesverband der Arbeiterwohlfahrt. „Anfragen am Telefon oder per Mail sind deutlich mehr gewesen als sonst, aber offizielle Bewerbungen kamen eher vermindert rein.“ Dennoch seien von den 73 Stellen auch in diesem Jahr fast alle vergeben.

Auch beim DRK Landesverband gingen auf die 336 FSJ-Stellen weniger Bewerbungen ein als üblich. „Bisher hatten wir jährlich etwa 800 Bewerbungen. In diesem Jahr liegen wir darunter“, sagte Teamleiterin Bianca Stenzel. Durch den doppelten Abiturjahrgang werde der Schwund zwar etwas aufgefangen, wegen der positiven Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt würden aber viele Jugendliche auch kurzfristig wieder abspringen. „Die meisten bewerben sich sowohl für eine Lehrstelle als auch für ein FSJ. Wenn sie dann einen Ausbildungsplatz bekommen, nehmen sie den natürlich an.“

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